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Grundwissen über Gor

Source: Second Life –

Die drei Grundpfeiler von GOR (Schriftrolle 23)

Um die goreanische Denkweise richtig zu verstehen, sollte man die Unterschiede zwischen den goreanischen und den irdischen Gesellschaftsformen gut begriffen haben. Die zivilisierte goreanische Gesellschaft enthält drei wesentliche Institutionen, die sich sehr von den irdischen Verhältnissen abheben. Mit zivilisiertem Gor meine ich die Städte, Kleinstädte und Dörfer von Gor. Es umfasst nicht die eher barbarischen Gebiete wie Torvaldsland, Wagenvölker, rote Wilde oder die Roten Jäger. Diese drei Unterschiede durchdringen die goreanische Gesellschaft und lassen eine völlig andere Welt als auf der Erde entstehen. Es sind nicht die einzigen Unterschiede, aber es sind sehr wesentliche Dinge, die für Menschen von der Erde nur schwer zu verstehen sein können.

Diese drei Säulen von Gor sind der Heimstein, das Kasten-System und die Sklaverei. Auf der Erde gibt es nichts was dem Konzept des Heimsteins vergleichbar wäre. Der Patriotismus einer Nation der Erde zu ihrer Flagge oder einem anderen nationalen Symbol bleibt blass im Vergleich zum Konzept des Heimsteins. Indien ist die letzte Bastion der Erde mit einem Kastensystem, das aber völlig anders ist, als das in Gor verwendete. In einigen Ecken der Erde gibt es Sklaverei, aber nirgends so naturnah und in solchem Ausmaß, wie auf Gor. Deshalb besitzt man, ohne weitere Erklärungen, keine ausreichende Grundlage, um das Wesen dieser goreanischen Institutionen wirklich zu begreifen.

Heimstein

„Frage einen Goreaner niemals, was ein Heimstein bedeutet, denn er wird Deine Frage nicht verstehen. Sie wird ihn verwirren. Es ist der Heimstein.“ (Die Zauberer von GOR, S. 485-6)

Den Begriff Heimstein zu definieren ist eine schwierige, wenn nicht gar unmögliche Aufgabe. Es ist ein kulturelles Konzept, das Definitionen von Außenstehenden schwierig macht und innerhalb der eigenen Gesellschaft keine Definition braucht. „Aber ich denke oft, es ist ein Fehler, den Heimstein als eine Begrifflichkeit darzustellen. Er ist kein Wort oder Satz. Er lässt sich nicht wirklich übersetzen. Er ist mehr, wie ein Baum oder die Welt. Er existiert, und das geht einfach weiter, überschreitet Bedeutungen. In diesem einfachen Sinne ist der Heimstein nur, und nicht weiter zu reduzieren, eben der Heimstein. Er ist zu wichtig, zu wertvoll, um eine Bedeutung zu brauchen. Und ohne etwas zu bedeuten, wird er, natürlich zum Bedeutendsten überhaupt.“ (Die Zauberer von GOR, S. 485) Deshalb ist es fast ein Widerspruch, hier eine Definition zu versuchen, da sie für Nicht-Goreaner unvorstellbar sein könnte. Dennoch will ich versuchen, einige Erklärungen zur Grundlage des Heimsteins zu geben, auch wenn diese im Hinblick auf das Gesamtkonzept unzureichend bleiben werden.

Goreaner betrachten ihre Städte fast wie lebendige Wesen. Sie sehen ihre Stadt als Einheit mit einer Geschichte, Tradition, Erbe, Bräuchen, Riten, Charakter und Hoffnungen. „Aus“ einer Stadt zu sein, vermittelt ein Gefühl von Unsterblichkeit, auch wenn Goreaner wissen, dass selbst eine Stadt zerstört werden kann. Diese Liebe zu ihrer Stadt wird dem Heimstein zu Teil, der in vieler Hinsicht die wahre Seele einer Stadt ist. Der Heimstein ist ein wichtiges Symbol von Souveränität und Territorium. Selbst der Ausdruck „Gor“ bedeutet Heimstein in allen Sprachen des Planeten Gor. Es sollte erwähnt werden, dass der Ausdruck „Home Stone“ in allen Originalromanen groß und auseinander geschrieben wird.

Städte sind von fundamentaler Bedeutung für Goreaner, von deutlich größerer Bedeutung, als der Durchschnitts-Erdenmensch seiner Stadt oder seinem Land beimisst. „Für einen Goreaner ist eine Stadt, obwohl er selten über diese Dinge spricht, mehr als Ziegel und Marmor, Zylinder und Brücken. Es ist nicht nur ein Ort, ein geografischer Punkt, an dem Menschen sich entschlossen, ihre Bauwerke zu errichten, eine Ansammlung von Strukturen, wo er möglichst angenehm sein tägliches Leben führen kann.“ (Der Geächtete von GOR, S. 22) Eine Stadt wird fast als lebendiges Wesen gesehen, mit einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein sehr komplexes Wesen, mit vielen unterschiedlichen Schichten. „Für ihn ist eine Stadt fast etwas Lebendiges, oder sogar noch mehr als etwas Lebendiges. Sie ist ein Wesen mit einer Geschichte, Steine und Flüsse haben eine solche Geschichte nicht, ein Wesen mit Tradition, einem Erbe, Bräuchen, Ritualen, Charakter, Plänen, Hoffnungen. Wenn ein Goreaner zum Beispiel sagt, er ist ‚von’ Ar, oder Ko-ro-ba, vermittelt er sehr viel mehr, als nur die Information über seinen Wohnort.“ (Der Geächtete von GOR, S. 22) Städte verursachen große Loyalität und Stolz bei ihrer Bürgerschaft. Da viele Goreaner fast nie reisen, ist ihre Stadt fast der einzige Ort, den sie wirklich kennen. Deshalb ist die Stadt das Zentrum ihres Lebens, der Fokus ihrer Existenz. Und auch deshalb arbeiten die Bürger hart, um ihre Stadt zu verteidigen und gedeihen zu lassen.

Ein Heimstein ist ein echter Stein und kann verschiedene Formen, Größen und Farben besitzen und aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Es gibt keine Vorschriften dafür und ein Heimstein kann auch ein ganz einfacher Felsbrocken sein. Ein Heimstein kann auch ein kompliziert geschnittener Stein sein, wertvoll, während andere nur einen einfachen Buchstaben tragen, meist den Anfangsbuchstaben der Stadt. Einige große Städte haben kleine Steine, obwohl diese Steine sehr alt sind. Aus Tradition wird der Heimstein von Ar, angeblich mehr als zehntausend Jahre alt, als ältester Heimstein von Gor anerkannt. Andere Städte haben erst kürzlich einen Heimstein erhalten. Port Kar zum Beispiel, erhielt seinen Heimstein 10120 C.A., während der Ereignisse von Die Piratenstadt von GOR. Ein Stein wurde von der Strasse aufgehoben und Tarl Cabot gegeben, der die Initialen der Stadt hineinätzte. Dann präsentierte er ihn den Bürgern von Port Kar, die ihn als ihren Heimstein akzeptierten. So einfach kann der Erwerb eines Heimsteins sein. Im Grund braucht man zur Schaffung eines Heimsteins nur eine Gruppe von Menschen, die sich entschließt, einen zu besitzen. Als Tarl Cabot den Bürgern von Port Kar einen Heimstein anbot, veränderte er diese, vereinigte sie im Angesicht eines grimmigen Feindes, der die Stadt erobern wollte. Er mag wie ein einfacher Felsbrocken aussehen, aber er ist ein sehr mächtiges Symbol.

Die Geschichte der Bedeutung des Heimsteins erstreckt sich über tausende von Jahren in die Vergangenheit. Der tatsächliche Ursprung ist unbekannt, aber es gibt einige Theorien über die Entstehung. Man sagt, dass vor langer Zeit die Bauern runde Hütten hatten, die um einen flachen Stein gebaut waren. In diesen Stein wurden die Familienzeichen geschnitten und er wurde schließlich „Heimstein“ genannt. Dadurch wurde jeder Bauer in seiner eigenen Hütte zum Herrscher. „Ein Palast ohne Heimstein ist eine Hütte, eine Hütte mit einem Heimstein ist ein Palast.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 142) Mit der Zeit, während sich Gemeinden entwickelten und ausdehnten, weitete sich der Gebrauch des Heimsteins aus, um erst Dörfer, dann Städte und Stadtstaaten zu vereinen. In einem Dorf findet sich der zentrale Heimstein meist im Bereich des Marktes. In einer Stadt wird der Heimstein meist im Dachgeschoss des höchsten Turmes, oft des Zentralzylinders, frei ausgestellt, allerdings gut bewacht.

Es gibt auch mehrere Legenden über den Ursprung des Heimsteins. Eine der am meisten verbreiteten dieser Geschichten handelt von den Taten des Hesius, dem legendären ersten Mann von Gor.

„In einer beliebten Darstellung geht es um einen antiken Helden, Hesius, der schwere Arbeiten für die Priesterkönige verrichtete und dem eine Belohnung, wertvoller als Gold und Silber versprochen wurde. Er erhielt allerdings nur einen flachen Felsbrocken, mit einem einzigen, eingeritzten Buchstaben darauf, dem Anfangsbuchstaben seines Geburtsdorfes. Er sprach die Priesterkönige auf ihren Geiz an, und auf das, was er für einen Vertrauensbruch hielt. Ihm wurde jedoch gesagt, dass das was er bekommen habe, tatsächlich viel wertvoller als Gold und Silber sei und dass es sich um einen Heimstein handele. Er kehrte in sein Geburtsdorf zurück, das von Krieg und Streit zerrüttet war. Dort erzählte er die Geschichte und legte den Stein auf den Marktplatz.

Wenn die Priesterkönige sagen, er sei wertvoller als Gold und Silber, sagte ein weiser Mann, muss es wahr sein.

Ja, sagten die Leute. Wessen Heimstein ist es? fragte das Volk, Deiner oder unserer?

Unserer, antwortete Hesius.

Die Waffen wurden niedergelegt und Frieden wurde ausgerufen. Der Name des Dorfes war ‚Ar’.“ (Die Tänzerin von GOR, S. 302)

Wenn ein Mann seinen Heimstein auf ein Stück Land legt, beansprucht er durch Gesetz dieses Land für sich. „Der Heimstein sagt, dieser Platz gehört mir, ist mein Zu Hause.“ (Die Zauberer von GOR, S. 485) Der Heimstein ist untrennbar mit einem bestimmten Territorium verbunden, klein, wie eine winzige Hütte oder so groß wie eine riesige Stadt. Dennoch übersteigt seine Bedeutung dieses Territorium. Denn ein Heimstein kann bewegt werden, auch wenn das selten geschieht. Es passiert am Häufigsten, wenn das vom Heimstein geschützte Gebiet ernsthaft bedroht wird. Anstatt die Eroberung des Heimsteins und seinen Verlust als Beute zu erlauben, kann der Heimstein in ein sicheres Versteck gebracht werden. Deshalb wird, wenn eine Stadt angegriffen, erobert und zerstört wird, ihre letzte Totenglocke noch nicht geläutet, so lange der Heimstein überlebt. Als Ko-ro-ba zum Beispiel, durch ein Edikt der Priesterkönige vollständig zerstört wurde, rettete Matthew Cabot den Heimstein und erhielt so die Stadt am Leben. Obwohl ihre Einwohner über ganz Gor zerstreut wurden und auf dem Gebiet der Stadt kein einziges Gebäude mehr stand, sicherte das Überleben des Heimsteins, dass die Stadt noch immer lebte. Ko-ro-ba wurde später um ihren Heimstein am alten Platz wieder errichtet.

Es gibt eine Hierarchie der Heimsteine, da eine Person an verschiedene Heimsteine gebunden sein kann. So kann ein Mann zum Beispiel einen Heimstein in seinem Haushalt haben, während er in einem Dorf lebt, das auch einen eigenen Heimstein besitzt. Das gemeinsame Band des Heimsteins verbindet Menschen und unterstützt und beschützt alle, die einen Heimstein teilen. Selbst erbitterte Feinde werden sich helfen, um einen gemeinsamen Heimstein zu verteidigen. „Das Teilen des Heimsteins ist in einer goreanischen Stadt keine Kleinigkeit.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 394) Einige Goreaner wünschen sich einen einzigen, übergeordneten Heimstein für ganz Gor, aber ein solcher Traum wird, betrachtet man die entschlossene Unabhängigkeit der Goreaner, wohl kaum Realität werden. Dennoch glauben einige Menschen, dass die Priesterkönige einen solchen Heimstein besitzen und dass dieser die Quelle ihrer großen Macht ist.

Der Heimstein steht im Mittelpunkt zahlreicher Rituale der Städte, wie das Fest der Pflanzung von Sa-Tarna. Jede Stadt pflegt eine Einbürgerungszeremonie, in der Menschen, die ihre Volljährigkeit erreicht haben, einen Treueid auf ihre Stadt schwören, während sie den Heimstein küssen oder berühren. Man kann nicht Bürger einer Stadt sein, ohne auf ihren Heimstein zu schwören und man kann nicht an den Heimstein von zwei verschiedenen Städten gebunden sein. Man kann seine Loyalität nicht spalten. Man kann seinem Heimstein abschwören und Bürger einer anderen Stadt werden, aber das geschieht selten. Die Loyalität zum Heimstein ist bei den meisten Menschen sehr tief eingeprägt und deshalb ist diese Idee fast unvorstellbar.

Das Stehlen eines Heimsteins ist ein furchtbares Verbrechen und wird mit den schwersten Foltern und dem Tod bestraft. Allerdings bedeutet es auch den größten Ruhm, den Heimstein einer anderen Stadt zu stehlen. In GOR – Die Gegenerde stahl Tarl Cabot den Heimstein des mächtigen Ar. Dies brachte ihm Ruhm in den Augen vieler, obwohl die Stadt Ar ihm einen furchtbaren Tod wünschte. Selbst als Tarl und Marlenus fast Freunde wurden, konnte ihm Marlenus das vorausgegangene Verbrechen des Diebstahls des Heimsteins nicht verzeihen. Als Ubar könnte er das niemals zulassen. Der Diebstahl des Heimsteins ist vernichtend für eine Stadt, fast als hätte man ihr die Seele entrissen. Er bedeutet meist den Tod der Stadt, zumindest aber einen furchtbaren Niedergang.

Aber das Stehlen eines Heimsteins ist keine leichte Aufgabe, da er große Kraftreserven in denjenigen mobilisiert, die ihn verehren. „Man verstellt niemandem leichtfertig den Weg, der seinen Heimstein trägt.“ (Die Nomaden von GOR, S. 1) Selbst ein ausgebildeter Krieger wäre sehr vorsichtig den niedrigsten Kasten gegenüber, wenn diese ihren Heimstein transportieren. Die Loyalität und der Stolz, die durch den Heimstein initiiert werden, scheinen Quellen verborgener Kraft freizusetzen. Wenn der Heimstein direkt bedroht wird, kann ein Goreaner viele Hindernisse überwinden, um dessen Sicherheit zu gewährleisten. „…, denn im Einflussbereich ihres Heimsteins kämpfen Männer mit dem Mut, der Wildheit und dem Einfallsreichtum des Berg-Larls.“ (Der Geächtete von GOR, S. 29)

Ein Heimstein vereint die Menschen einer Stadt. Er ist wichtiger als die Einflüsse der Kasten oder jede andere Art von Zugehörigkeit. Er führt zu intensiver Loyalität, groß genug, dass die meisten sterben würden, um ihn zu verteidigen. Man sagt: „Es gibt wirklich ein Sprichwort auf Gor, ein Sprichwort, dessen Ursprünge in der Vergangenheit dieses seltsamen Planeten verloren gingen, dass jemand, der von Heimsteinen spricht, aufstehen sollte, denn es geht um Dinge der Ehre, und die Ehre wird selbst schon in den barbarischen Kodizes von Gor respektiert.“ (GOR – Die Gegenerde, S. 27) Manchmal wird das sehr extrem ausgelegt, und ein Mann kann getötet werden, wenn er sich nicht aus Respekt erhebt, während er von seinem Heimstein spricht. Es gibt kein vergleichbares Symbol auf der Erde, das eine vergleichbare Funktion hat, wie der Heimstein. Der Patriotismus einer Fahne gegenüber bleibt blass im Vergleich zur Verehrung des Heimsteins. Goreaner blicken verächtlich auf Erdenmenschen hinab, weil diese keinen Heimstein haben. Sie glauben auch, durch das Fehlen eines Heimsteins gibt es kein legales Hindernis, Erdenmenschen zu versklaven.

„Aber ich sollte nicht versuchen, von Heimsteinen zu reden. Wenn Du einen Heimstein besitzt, brauche ich nichts zu sagen. Wenn Du keinen Heimstein besitzt, wie könntest Du verstehen, was ich zu sagen versuche?“ (Kampfsklave auf GOR, S. 145)

Das Kasten-System

Wie schwer es ist, dass sich zwei Menschen verstehen, die nicht dieselbe Kaste teilen, sagte er.“ (Die Erforscher von GOR, S. 431)

Die goreanische Gesellschaft mit ihren Stadt-Staaten besitzt ein fest eingefügtes Kasten-System und fast alle freien Menschen in diesen Städten gehören einer Kaste an. Das Kasten-System ist ein lebenswichtiger Bestandteil der zivilisierten goreanischen Gesellschaft. Das goreanische Kasten-System beruht nicht auf dem Kasten-System von Indien, es leitet sich vielmehr von Platos „Republik“ ab. In seiner ursprünglichsten Form konstituiert eine goreanische Kaste einen Beruf, obwohl dass eine zu große Vereinfachung wäre. Die Kaste definiert ebenso den Verhaltenskodex, liefert bestimmte Privilegien, begrenzt soziale Kontakte, bestimmt die Rangordnung innerhalb der goreanischen Gesellschaft und noch vieles andere. Die Kaste legt viel von dem fest, was man auf Gor ist, viel mehr als es jeder Beruf der Erde tun würde. Sie ist integraler Teil vieler verschiedener Gesichtspunkte des Lebens. Die Loyalität seiner Kaste gegenüber ist ebenfalls extrem wichtig.

Es gibt drei wesentliche Gruppierungen, die außerhalb des Kastensystems leben: Priesterkönige, Geächtete und Sklaven. Priesterkönige sind die „Götter“ von Gor, die geheimnisvollen Beobachter, die versteckt unter dem Sardar-Gebirge leben. Nur wenige Goreaner kennen ihre wahre Natur und die Priesterkönige schützen ihre Geheimnisse mit Nachdruck. Priesterkönige gelten als „über den Kasten“ stehend. Geächtete, die ihre Kaste verloren haben, werden als „außerhalb der Kasten“ betrachtet. Sklaven, die als legales Eigentum gelten, können keiner Kaste angehören und werden deshalb als „unter den Kasten“, „neben den Kasten“ oder „getrennt von den Kasten“ angesehen. Im Allgemeinen schauen die Kastenangehörigen mit Verachtung auf die Kastenlosen herab.

Es gibt noch einige andere, die nicht zu diesen drei Hauptgruppen gehören, aber dennoch außerhalb des Kasten-Systems leben. Einige Menschen haben aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Kaste verloren. So hat zum Beispiel ein freigelassener Sklave bei der Freilassung keine Kaste. Er muss darum bitten, einer Kaste beitreten zu dürfen, selbst wenn er vor der Versklavung eine Kastenzugehörigkeit besaß. Einige Menschen werden außerhalb des Kasten-Systems geboren, wie zum Beispiel Kinder von Geächteten. Einige wenige Tätigkeiten sind nicht an eine Kaste gebunden, wie Gartenbau, häusliche Dienerschaft oder das Vieh hüten. Einige dieser Menschen haben dennoch eine Bindung an einen Heimstein, obwohl das Fehlen der Kastenzugehörigkeit in vielfacher Hinsicht hinderlich ist. Sie haben keine Privilegien durch die Unterstützung einer Kaste. Solch ein Unterstützungssystem kann ausgesprochen hilfreich sein, um die Probleme des goreanischen Lebens zu meistern.

Wir müssen auch die barbarischen Kulturen außerhalb des zivilisierten Gor in Betracht ziehen, da sie ebenfalls kein Kasten-System besitzen. Allerdings werden diese Menschen traditionell als Barbaren gesehen und die meisten zivilisierten Goreaner betrachten sie als kaum mehr als Wilde. Zu diesen barbarischen Kulturen gehören die Wagenvölker, die Torvaldsländer, die Roten Wilden, die Roten Jäger, die Stämme aus den Dschungeln um Schendi und die Stämme der Tahari. Nur die Leute aus den Städten können es sich leisten, sich innerhalb eines Kasten-Systems zu spezialisieren. Für die barbarischen Kulturen geht es zuerst ums überleben und deshalb müssen sie Allroundfachleute werden, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Selbst wenn einige dieser Barbaren besondere Fähigkeiten auf einem Gebiet besitzen, müssen sie trotzdem über die allgemein notwendigen Fähigkeiten verfügen. Alle diese Barbaren werden nicht als Geächtete gesehen und deshalb nicht gepfählt, wenn sie versuchen, eine Stadt zu betreten.

Die Zugehörigkeit zu einer Kaste wird im Allgemeinen durch die Geburt reglementiert. Kinder gehören automatisch zur Kaste ihres Vaters. Selbst wenn ihre Mutter einer anderen Kaste angehört als der Vater, werden sie zunächst in die Kaste des Vaters aufgenommen. Wenn sie volljährig geworden sind, könnten sie die Kaste wechseln. Die Geburt gewährt automatisch Zugang zu zahlreichen Privilegien der Kaste, aber sie garantiert nicht, dass man auch die Arbeit der Kaste ausüben kann. Um die Tätigkeit der Kaste ausüben zu dürfen, bedarf es im Allgemeinen einer Lehrzeit. Auch gibt es einige wenige Kasten, in die man nicht hineingeboren werden kann und bei denen man sich aktiv bewerben muss. Dazu gehören die Kasten der Wissenden, der Spieler und der Attentäter.

Es gibt die Möglichkeit, innerhalb des Kasten-Systems aufzusteigen, obwohl solche Vorgänge nicht üblich sind und meist auf speziellen Wunsch hin geschehen und nicht durch Umstände bedingt. Es geschieht noch viel seltener, dass jemand freiwillig im Kasten-System absteigt. Das Ändern seiner Kaste ist meist keine leichte Aufgabe. Die Freie Gefährtenschaft ist allerdings ein relativ unkomplizierter Weg für freie Frauen, ihre Kaste zu ändern. Normalerweise werden solche Gefährtenschaften innerhalb einer Kaste geknüpft. Sind allerdings die Partner der Gefährtenschaft aus unterschiedlichen Kasten, kann die Frau ihre Kaste entweder behalten oder in die Kaste des Mannes wechseln. Dadurch kann sie im Kasten-System aufsteigen, selbst von einer niederen zu einer hohen Kaste hin. Ein Mann kann jedoch nicht die gleichen Vorteile aus einer freien Partnerschaft ziehen, da er nicht in die Kaste der Frau wechseln kann. Im Allgemeinen würde eine Frau wohl auch nicht in eine tiefer gelagerte Kaste wechseln. Obwohl sie die Kaste gewechselt hat, kann eine Frau nicht die Tätigkeiten der neuen Kaste ausüben, solange sie nicht entsprechend ausgebildet ist und gegebenenfalls noch andere Voraussetzungen erfüllt. Das gilt auch für Männer, die ihre Kaste gewechselt haben.

Ein anderer Weg für Männer oder Frauen, die Kaste zu wechseln, ist durch Bewährung, durch den Nachweis der Befähigung zum Beitritt einer anderen Kaste. So jemand kann sich zum Kastenwechsel bewerben, sowohl zum Auf, wie zum Abstieg. Um auf eigenen Wunsch die Kaste zu wechseln, muss im Allgemeinen der hohe Rat der jeweiligen Stadt dem Wechsel zustimmen, abhängig von der Eignung des Antragstellers für die neue Kaste und deren Bereitschaft, diese Person zu akzeptieren. Anständige Bestechungsgelder können diesen Prozess erleichtern, selbst wenn die Fähigkeiten des Bewerbers an einigen Stellen lückenhaft sind. Bei diesem Prozess werden Frauen meist nach denselben Kriterien bewertet, wie Männer, obwohl das von Stadt zu Stadt variieren kann. Man kann im Kastensystem auch unfreiwillig absteigen, wenn man mangelnde Befähigung innerhalb seiner Kaste zeigt. Kinder werden oft während ihrer Schulzeit eingeschätzt, um ihre Eignung für ihre Kaste zu prüfen. Diese Kinder können eventuell für eine höhere oder auch niedrigere Kaste vorgeschlagen werden.

Für die meisten Goreaner ist es undenkbar, ihre Kaste zu verändern. Goreaner sind sehr stolz auf ihre Kaste, selbst Bauern und einfache Arbeiter. Es wird allgemein anerkannt, dass alle, oder zumindest die meisten Kasten, notwendige, nützliche und lobenswerte Aufgaben ausüben. Ihre Fertigkeiten werden von den anderen gewürdigt und man schaut nicht auf sie herab. Jede Kaste sieht sich selbst als etwas Besonderes und jede Kaste hat ihren Platz und ihren Wert innerhalb der goreanischen Gesellschaft. So stellen zum Beispiel die Metallarbeiter fest: „Wo wären die Bewohner der Städte ohne uns?“ (Die Tänzerin von GOR, S. 293) Dies ist ihre Art zu sagen, dass ihre Arbeit lebenswichtig für die Zivilisation ist. Selbst die niedrigste Kaste, die der Bauern sieht sich als den „Ochsen, der den Heimstein trägt“. Sie sind es, die die meisten Nahrungsmittel für alle anderen Kasten liefern, eine lebenswichtige Aufgabe. Nur wenige würden die Wichtigkeit solcher Kasten wie die der Bauern oder der Metallarbeiter in Frage stellen.

Trotz des Respekts für den Platz jeder Kaste in der goreanischen Gesellschaft, ist die Diskriminierung von Kasten durchaus verbreitet. „Sprache und Stadt, und die Kaste jedoch, sind Dinge großer Bedeutung für sie und liefern genug Material zur Diskriminierung, die von menschlichen Wesen mit so viel Begeisterung betrieben wird.“ (Die Bestien von GOR, S. 156) Kasten schauen meist auf tiefer stehende Kasten innerhalb der Kastenhierarchie herab. Zusätzlich sondern sich viele Kasten von den anderen ab und vermischen sich nicht mit anderen Kasten. Vergnügungen und Freie Gefährtenschaften folgen meist den Kastenlinien. Es gibt Pagatavernen für die unterschiedlichen Kasten und ein Bauer würde es nicht wagen, eine Taverne der hohen Kasten zu betreten. Viele Kasten verzichten auf den Langbogen, da er als Waffe der Bauern betrachtet wird und unter der Würde hoher Kasten ist. Den niederen Kasten ist es meist nicht gestattet, zu wählen oder dem hohen Rat der Stadt anzugehören. Auch das zweite Wissen ist ein Weg der Diskriminierung und soll die niederen Kasten auf ihrem Platz ruhig stellen. Die Kasten werden von Oben nach Unten bewertet, wodurch allein schon deutlich wird, dass einige über den anderen stehen.

Kasten werden in hohe Kasten und niedrige Kasten unterteilt. Es gibt im Allgemeinen fünf hohe Kasten, zu denen die Wissenden, die Schriftgelehrten, die Hausbauer, die Ärzte und die Krieger gehören, und zwar in ihrer Bedeutung genau in dieser Reihenfolge. Jede hohe Kaste hat, wie auch alle anderen Kasten, ihre Kastenfarbe, jeweils Weiß, Blau, Gelb, Grün und Rot. Es gibt Unterkasten einiger dieser Kasten. So sind zum Beispiel Kartographen und Rechtsanwälte zwei Unterkasten der Kaste der Schreiber. Nur Mitgliedern der hohen Kasten ist es erlaubt, bei den Wahlen eines Administrators oder des hohen Rates der Stadt mit zu stimmen. An einigen Orten glauben die Händler, ebenfalls zu den hohen Kasten zu gehören und diese Meinung wird von einigen Städten unterstützt.

Die niederen Kasten umfassen die anderen etablierten Kasten. Dazu gehören die Kasten der Attentäter, der Bäcker, der Bleicher, der Holzträger (auch als Holzmänner bekannt), der Holzkohlemacher, der Stoffarbeiter, der Kosmetiker, der Färber, der Ziegenhirten, der Rencebauern (auch als Rencer bekannt), der Lederarbeiter, der Händler, der Metallarbeiter, der Musiker, der Bauern, der Dichter, der Töpfer, der Sattelmacher, der Sänger, der Schmiede, der Tarnzüchter, der Tharlarionzüchter, der Kellermeister und der Weber. Es gibt noch zahlreiche weitere Kasten und einige Unterkasten. Die niederen Kasten sind nach ihrer Wichtigkeit eingeordnet, obwohl die genaue Hierarchie nicht exakt in den Büchern beschrieben ist. Allerdings wird die Kaste der Bauern als niedrigste Kaste benannt.

Die Grenzen zwischen Kaste und Unterkaste sind mitunter unklar und manchmal kann sich eine Unterkaste auch als eigenständige Kaste sehen, obwohl es dem Gesetz nach anders ist. So ist die Kaste der Sklavenhändler dem Gesetz nach eine Unterkaste der Händler, obwohl sie sich oft als eigenständige Kaste fühlen. Jede Kaste hat ihre eigenen Kastenfarben und selbst einige Unterkasten besitzen eigene Kastenfarben. Diese Kastenfarben werden meist öffentlich getragen, da die Menschen stolz auf ihre Kaste sind. Freie Frauen tragen nicht immer Kastenfarben, sondern reservieren sie für formale oder zeremonielle Gelegenheiten. Auch Männer können auf das Tragen ihrer Kastenfarben verzichten, wenn sie nicht tatsächlich Kastenaufgaben verrichten.

Es gibt eine Reihe von entscheidenden Unterschieden zwischen den hohen und den niederen Kasten. Zunächst lernt jede Gruppe ein unterschiedliches Wissen über die Welt, in der sie leben, und dies System wird Zweites Wissen genannt. Die niederen Kasten lernen das erste Wissen, eine einfachere Lehre mit einigen Lügen und Halbwahrheiten. Sie lernen, die Planetenoberfläche sei flach und sie werden nicht über die Existenz der Erde unterrichtet. Die hohen Kasten besitzen das zweite Wissen. Sie wissen von der Existenz der Erde und haben überwiegend wahre Informationen über Gor, obwohl sie über die wahre Natur der Priesterkönige wenig wissen. Man glaubt, dass die meisten gebildet genug sind, um die Wahrheit ohnehin herauszufinden. Einige Menschen glauben, dass es ein drittes Wissen geben könnte, das den Priesterkönigen zugeordnet wird, ein Wissen über die vielfältigen Geheimnisse von Gor. Diese Annahme stimmt zum Teil, denn es gibt Gor betreffende Geheimnisse, die im zweiten Wissen nicht enthalten, aber den Priesterkönigen bekannt sind.

Die niederen Kasten sind außerdem sehr abergläubisch. Zum Beispiel sind sie nur wenig gewillt, ihre wahren Namen zu enthüllen. Deshalb führen sie einen „Gebrauchsnamen“ und ihren echten Namen. Der Gebrauchsname wird in der Öffentlichkeit genannt und meist benutzt um sie anzusprechen. Oft kennen nur sehr enge Verwandte den echten Namen. In den hohen Kasten werden die Namen meist freizügig geführt, obwohl die niederen Kasten glauben, dass auch dort Gebrauchsnamen existieren. Dem Wissen um die echten Namen wird Macht unterstellt, die Möglichkeit, den Namen in Flüchen und anderen magischen Ritualen zu verwenden. Viele aus den niederen Kasten glauben an die Macht von Zauberern und Hexern, deshalb sorgen sie sich um solche Dinge. Selbst den Wissenden werden umfangreiche magische Fähigkeiten zugeschrieben. Die hohen Kasten fördern den Aberglauben der niederen Kasten und er ist auch ein Teil des ersten Wissens.

Ein Akzent unterscheidet die Sprache der hohen und niederen Kasten, obwohl einige der gehobenen Handwerkerkasten fast wie die hohen Kasten sprechen. Analphabetismus ist auf Gor weit verbreitet und wird nicht als Zeichen von Dummheit bewertet. Die Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können folgt meist Kastenlinien und viele Goreaner der niederen Kasten können nicht Lesen. Selbst einige der hohen Kasten, vorwiegend Krieger können Analphabeten sein. Einige Krieger glauben, dass sie nicht Lesen und Schreiben können sollten, deshalb verstecken sie diese Fähigkeiten. Die Gesellschaft hat sich an diese Analphabetismusrate angepasst und viele Geschäfte benutzen Piktogramme, um ihre Dienste anzubieten. Eine Taverne könnte so zum Beispiel das Bild eines Kruges auf einem Schild außen führen. Goreaner besitzen enorme Fähigkeiten im Erinnern, die ihnen erlauben, unglaubliche Mengen an Informationen zu behalten.

Nicht jede Tätigkeit auf Gor ist tatsächlich einer Kaste oder Unterkaste zugeordnet. Einige sind einfach titelbewährte Positionen, die nur wenig mit irgendeiner Kaste zu tun haben. Zum Beispiel kann ein Mitglied jeglicher Kaste (obwohl vermutlich meist nur von einer hohen Kaste) Botschafter werden. Der Beruf des Botschafters ist keiner Kaste zugeordnet, sondern nur ein titelbewährtes Amt. Andere Titel können enger mit einer Kaste verbunden sein, obwohl sie nicht wirklich eine Unterkaste bilden. So kann eine Stadtwache ein Krieger sein, aber sein Beruf bildet keine echte Unterkaste.

Mit Ausnahme der Kaste der Attentäter, muss man auf einen Heimstein geschworen haben, um einer Kaste angehören zu können. Man kann nicht einer Kaste in einer Stadt angehören, wenn man nicht dem Heimstein dieser Stadt verbunden ist. Jeder Stadtstaat hat sein eigenes Kastensystem und jede spezielle Kaste hat eine eigene besondere Hierarchie in der jeweiligen Stadt. So sind zum Beispiel die Kriegerkasten von Ar und Treve unterschiedliche Kasten. Ar und Treve haben beide ein eigenes erstes Schwert. Fast die einzige Zeit, wo Menschen aus derselben Kaste aber aus unterschiedlichen Städten sich treffen um Kastenfragen besprechen zu können, ist auf einer der vier jährlichen Messen am Sardar-Gebirge. Die Sardar-Messen sind eine wichtige Zeit für die Kasten, besonders die Kasten der Schriftgelehrten, Ärzte und Hausbauer, um Informationen auszutauschen. Sie können neue Entdeckungen, Erfindungen und Techniken weitergeben. Sie können zu einer verbesserten Standardisierung in ihren Berufen beitragen. Die Kasten ziehen oft Vorteile aus diesen Gelegenheiten, obwohl sie nicht in allen Fragen übereinstimmen.

Ein Mensch darf zeitgleich nur einer Kaste angehören. Die Mitgliedschaft in zwei Kasten gleichzeitig ist auf Gor nicht erlaubt. Die Loyalität der Kaste gegenüber ist auf Gor zu wichtig, um doppelte Loyalität zu mehreren Kasten haben zu können. Wenn jemand seine Kaste wechselt, verliert er natürlich nicht das Wissen oder die Fertigkeiten, die er in der früheren Kaste besaß. Aber es kann Beschränkungen in der Anwendung dieser früheren Fähigkeiten geben. So kann es einem Arzt, der in die Kriegerkaste wechselt, verboten sein, in einem Krankenhaus, das der Ärzte-Kaste gehört, zu operieren. Aber dieser Arzt wird weiterhin sein medizinisches Wissen und seine Fähigkeiten behalten. Gesetzlich kann die Ausübung von Kastentätigkeiten auch auf Mitglieder der Kaste beschränkt sein. Das kommt überwiegend im Bereich der Ärzte vor. Vorzugeben, fälschlich einer Kaste anzugehören zieht ernste gesetzliche Strafen nach sich. Andere Kastenkünste können ohne Beschränkungen von jedermann durchgeführt werden. So kann zum Beispiel jeder einen Sklaven verkaufen, nicht nur ein Mitglied der Kaste der Sklavenhändler.

Jede Kaste besitzt ihren eigenen Kastenkodex, um das Verhalten ihrer Mitglieder zu regeln. „Die ethischen Lehren von Gor, die unabhängig von den Forderungen und Vorschlägen der Wissenden sind, fügen sich vor allem zu den Kastenkodizes zusammen – Sammlungen von Sprichworten, deren Ursprünge sich in der Antike verlieren.“ (GOR – Die Gegenerde, S. 40-41) Diese Kodizes sind lebenswichtig für die Kastenmitglieder und sie werden im Allgemeinen von allen Mitgliedern der Kasten befolgt. „Es sind die Kodizes, die Menschen von Sleen und Larl unterscheiden, sagte Turnus. „Sie sind der Unterschied. Sie sind die Mauer.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 227) Die Kodizes können von Kaste zu Kaste völlig unterschiedlich sein, da jede Kaste unterschiedliche Bedürfnisse hat. Die Kasten-Kodizes derselben Kaste, aber aus unterschiedlichen Städten werden ziemlich ähnlich sein, aber es kann schon kleine Unterschiede geben. Die Wichtigkeit dieser Kodizes kann nicht genug betont werden. Sie sind die Lebensrichtlinie des Kastenmitglieds, sagen ihm, was erlaubt und was verboten ist. Sie sind eine Art Berufsethik und regeln das rechtmäßige Verhalten der Kaste. Das Nichtbefolgen der Kodizes kann zu schwerwiegenden Strafen führen, selbst zum Ausschluss aus der Kaste. Leider liefern die Bücher nur wenige Einzelheiten zu den Kasten-Kodizes der unterschiedlichen Kasten. Nur bei der Kriegerkaste liegen wesentliche Einzelheiten des Kasten-Kodex vor.

Die Kastenzugehörigkeit garantiert gewisse Vorteile und Privilegien. So wird zum Beispiel soziale Fürsorge von der Kastenstruktur durchgeführt. Goreaner mögen Bettelei nicht und einige betrachten Betteln sogar als Beleidigung. Wenn Sozialleistungen nötig werden, wird von der jeweiligen Kaste oder dem Clan die finanzielle Unterstützung erwartet. Asyl durch die Kaste, der Schutz von Kastenmitgliedern in Zeiten der Not, ist ein weiteres Privileg. Eine Kaste schützt ihre Mitglieder und zusammen bilden sie eine geschlossene Einheit. Diese und andere Kastenrechte sind eine Sache der Geburt und man erhält sie automatisch, selbst wenn man nie die Tätigkeiten der Kaste ausgeübt hat. Wenn man die Dokumente besitzt, die eine Kastenzugehörigkeit bestätigen, können diese Papiere sehr von Vorteil sein, besonders, wenn man die Unterstützung einer Kaste sucht.

Im Allgemeinen kann man den Beruf seiner Kaste nicht ausüben, bevor man nicht eine Lehrzeit abgeschlossen hat. In der Zwischenzeit kann man einige untergeordnete Arbeiten verrichten, die eine solche Ausbildung nicht benötigen. So kann ein Metallarbeiter zum Beispiel, der seine Lehrzeit noch nicht abgeschlossen hat, Eisen streichen oder transportieren, obwohl er es nicht wirklich bearbeiten kann. Eine Lehrzeit hilft dabei, die Qualität der Produkte und Dienstleistungen einer Kaste sicherzustellen. Eine Kaste besteht also aus voll arbeitenden Kastenmitgliedern, Mitgliedern in Ausbildung und nicht tätigen Mitgliedern. Frauen üben häufig keine Kastentätigkeiten aus, besonders wenn diese viel körperliche Kraft erfordern. So arbeiten gewöhnlich die Frauen der Metallarbeiter-Kaste nicht an der Esse und die Frauen der Hausbauer-Kaste überwachen nicht den Bau von Festungen.

Aber Frauen arbeiten durchaus in einigen Kasten mit, wie zum Beispiel bei den Schriftgelehrten und Händlern. Es gibt sogar weibliche Sklavenhändler, darunter einige, die auch Sklaven jagen. Eine weitere bemerkenswerte Ausnahme ist die Kaste der Ärzte. Allerdings beschränkt die Kaste der Ärzte Frauen in einer bestimmten Weise. In vielen Städten erlaubt die Kaste einer Frau nicht, den Beruf der Ärztin vollständig auszuüben, bevor sie zwei Kinder geboren hat. Im Alter von fünfzehn Jahren werden einer Frau der Ärzte-Kaste zwei Armreifen gegeben. Für jedes geborene Kind wird einer entfernt. Sind beide Reifen entfernt, darf sie den Beruf der Ärztin richtig ausüben. Der Grund hinter diesem Vorgehen ist, dass berufstätige Frauen dazu neigen, sich nicht fortzupflanzen. Dies würde mit der Zeit dazu führen, dass die Qualität und die Größe einer Kaste Schaden nimmt. Deshalb hilft diese Regel, die Zukunft der Kaste zu sichern.

Die Zukunft der Kaste ist lebenswichtig für Goreaner. Das Wohlergehen der Kaste steht selbst über den Plänen und Wünschen einzelner Menschen. Das Wohlergehen einer großen Zahl von Individuen ist wichtiger, als das Wohlergehen von einigen wenigen. Kastenmitglieder werden oft ihre eigenen individuellen Wünsche für das höhere Gut der Kaste zurückstellen. Goreaner sorgen sich wirklich um die Zukunft ihrer Kaste und möchten nicht, dass sie durch irgendetwas gefährdet wird. Die Kaste ist so elementar wichtig für Goreaner, dass Erdenmenschen es nicht wirklich nachvollziehen können. Die Wichtigkeit der Kaste für Goreaner sollte nicht unterschätzt werden.

Die Logik hinter den Beschränkungen von Frauen in der Ärzte-Kaste gilt auch für die Krieger-Kaste. Man würde Frauen nicht erlauben, ihr Leben im Kampf zu riskieren. Wäre es erlaubt, würde eine beträchtliche Anzahl von Frauen auf dem Schlachtfeld sterben. Dies würde zu einem Sinken der Geburtenrate führen. Außerdem können tote Frauen ihre lebenden Kinder nicht aufziehen. Goreaner möchten nicht, dass ihre Kinder ohne Mütter aufwachsen. Auch dies würde mit der Zeit die Qualität der Kaste mindern. Mit dem Wohlergehen der Kaste im Blickwinkel, würden Krieger nicht erlauben, wenn Frauen in den Kampf ziehen. Außerdem würden Frauen das Wohlergehen der Kaste nicht mutwillig gefährden wollen und daher ihre Rolle in der Kaste freiwillig akzeptieren. Dies sind zusätzliche Gründe, warum Frauen nicht in den Kampf ziehen, zu ihrer geringeren körperlichen Kraft.

Kasten besitzen nicht ein vollständiges Monopol für all ihre Tätigkeiten. So kann zum Beispiel jeder Sklaven kaufen und verkaufen, nicht nur Mitglieder der Sklavenhändler-Kaste. Jeder kann lernen, ein Schwert zu führen, nicht nur ein Mitglied der Krieger-Kaste. Offensichtlicher Weise werden solche Personen die entsprechenden Kasten-Kodizes nicht kennen und ihnen auch nicht folgen. Außerdem wird es Einschränkungen bei der Nutzung dieser Fähigkeiten geben. Im Allgemeinen wird eine Kaste nicht dulden, dass ein Kastenfremder versucht, die Kaste in großem Maß auszunutzen. Es gibt sogar Gesetze, die Menschen bestrafen, die die Fähigkeiten einer Kaste praktizieren, ohne Kastenmitglied zu sein. Dies ist am häufigsten der Fall, wenn jemand als Arzt handelt, ohne Kastenmitglied zu sein. Es muss ein bestimmtes Motiv geben, um fälschlicher Weise Kastenmitgliedschaft vorzutäuschen. Goreaner wissen auch, dass im Allgemeinen niemand die Arbeit einer Kaste verrichten kann, wenn er nicht eine Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen hat. Dies ist zum Teil eine Garantie für die Qualität des Produktes. Diese Garantie wäre nicht gegeben, wenn jemand die Kastenarbeit verrichtet, ohne der Kaste anzugehören. Es könnte keine Gewährleistung geben.

Das Kasten-System soll der goreanischen Gesellschaft Struktur und Stabilität verleihen. „Die meisten Goreaner nehmen das Kastensystem sehr ernst. Es ist offensichtlich eines der sozial stabilisierenden Kräfte auf Gor. Es dient dazu, die Verrenkungen, Enttäuschungen und Tragödien mobilerer Systeme zu reduzieren, in denen den Menschen gesagt wird, dass sie Versager sind, wenn es ihnen nicht gelingt, große Summen von Geld oder eine Karriere in einer kleinen Anzahl prestigeträchtiger Berufe zu machen. Das System hilft auch dabei, Männer mit großer Energie und hoher Intelligenz in einer großen Vielfalt von Berufen zu beschäftigen und damit seine Austrocknung von solchen Männern zu Gunsten einer kleinen Zahl oft künstlich erwünschter Berufe zu verhindern, die schwächere Männer hinterlässt, oder frustrierte Männer, und es lässt sie durch hunderte verschiedene Künste das Überleben und die Pflege praktizieren, die wichtig für eine überlegene Zivilisation sind.“ (Die Tänzerin von GOR, S. 186-187) Und das Kasten-System war wirkungsvoll bei diesen Aufgaben.

Durch die Betonung der Wichtigkeit jeder Kaste und durch die vermittelte Haltung, dass die Vorteile der Kaste über individuellen Wünschen stehen, neigen die Menschen dazu, in ihren Kasten zu bleiben. Mitglieder der goreanischen Gesellschaft verzetteln sich nicht in Kämpfen oder versuchen, eine soziale Leiter zu ersteigen. Die Leute sollen stolz sein und sind stolz auf ihre Kaste. Sie sollten ihr Bestes geben, um das Wohlergehen und die Zukunft ihrer Kaste zu fördern. Es ist weit mehr als nur ein Job, es ist ein wesentlicher Aspekt ihres Lebens. Sie formt eine lebendige Gemeinschaft für ihre Mitglieder. Sie hilft dabei ihre Rolle in der Gesellschaft zu definieren und gibt ihnen lebendige Aufgaben.

„’Es gibt tapfere Männer in allen Kasten,’ sagte Shaba.“ (Die Erforscher von GOR, S. 433)

Sklaverei

Auf Gor ist die Sklaverei eine uralte Einrichtung, die sich über viele Jahre bis zum heutigen Stand entwickelt hat. Die historischen Sklaven- und Kaiila-Kriege halfen dabei, große Teile der Handelsgesetze zu entwickeln, die sich mit Sklaverei beschäftigen. Die Sklaverei ist eine komplexe Einrichtung mit Milliarden unterschiedlicher Aspekte: legale, soziale, kulturelle, ökonomische und ästhetische. Die goreanische Sklaverei ähnelt der Art der Sklaverei die in der Antike in Rom und Griechenland existierte, sie ist allerdings in vielerlei Hinsicht dem antiken Rom ähnlicher. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen der goreanischen Sklaverei und der in den antiken Erdkulturen. In einigen Punkten ähnelt die goreanische Sklaverei auch bestimmten Aspekten mittelalterlicher islamischer Sklaverei, besonders im Geschlechterverhältnis der Sklaven.

Die goreanische Mythologie liefert eine interessante Erzählung zur Einrichtung der Sklaverei. Man sagt, dass vor sehr langer Zeit ein großer Krieg zwischen Männern und Frauen auf Gor tobte. Die Männer setzten sich schließlich in dieser epischen Schlacht durch und besiegten die Frauen. Aber die Priesterkönige waren über das letzte Schicksal dieser Frauen besorgt und fürchteten, die Männer würden sie einfach alle töten. Um dieses furchtbare Schicksal zu verhindern, nutzten die Priesterkönige ihre riesige Macht um alle Frauen körperlich zu verändern, indem sie sie so sehr schön machten, dass sie begehrenswert für die Männer wurden. Dies funktionierte, da die Männer beschlossenen, diese reizenden und verlockenden Frauen nicht auszulöschen. Aber diese Rücknahme des Todesurteils war nicht umsonst. Als besondere Strafe erklärten die Priesterkönige, dass Frauen für immer die Sklavinnen der Männer sein würden.

Auf Gor schreibt man der Versklavung von Frauen eine solide Grundlage in den biologischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen zu. Die Dominanz der männlichen Vertreter herrscht bei den Säugetieren vor und ist fast generell bei Primaten vorhanden. Goreaner akzeptieren die Versklavung von Frauen als natürlichen Teil des Lebens und nur wenige stellen ihre grundlegende Richtigkeit in Frage. „Die Versklavung von Frauen ist innerhalb einer natürlich ausgerichteten Zivilisation der institutionalisierte Ausdruck der fundamentalen biologischen Beziehung zwischen den Geschlechtern. In der Einrichtung der Sklaverei für Frauen wird diese grundlegende Beziehung wahrgenommen, akzeptiert, erklärt, festgelegt und gefeiert.“ (Die Wilden von GOR, S. 193-4) Es gibt keine organisierten Bemühungen zu ihrer Abschaffung oder massiver Widerstand gegen diese Einrichtung. Die Sklaverei wird für eine sehr lange Zeit Teil der goreanischen Gesellschaft bleiben.

Allerdings sind die Zahlen und Anteile von Sklaven an der Bevölkerung von Gor tatsächlich ziemlich niedrig. Die meisten Frauen auf Gor sind frei. Nur ungefähr 2 bis 3 % aller Frauen auf Gor sind Sklavinnen und nur 0,2 bis 0,3 % aller Männer sind Sklaven. Diese Verhältnisse variieren von Stadt zu Stadt. In Ar sind zum Beispiel 15 – 20 % der Frauen versklavt. In Tharna waren nach der Revolution gegen die Tatrix fast alle Frauen der Stadt versklavt. Die Anteile an Sklaven auf Gor sind wesentlich geringer als die Anteile im antiken Griechenland und zu Zeiten der Römer, wo fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung versklavt war. Außerdem gab es in der griechischen und römischen Sklaverei weitaus mehr versklavte Männer als Frauen. Der Anteil an weiblichen Sklaven gegenüber männlichen entspricht eher der islamischen Sklaverei, wo es deutlich mehr weibliche als männliche Sklaven gab.

Männer, die bei Kriegen, Überfällen oder anderen Militäraktionen gefangen werden, werden meist eher erschlagen, als versklavt. Die meisten der Männer, die als Sklaven enden, sind entweder Schuldner oder Kriminelle. Männer werden überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen versklavt, als billige Arbeitskräfte. Goreaner glauben nicht, dass die Versklavung von Männern dieselbe biologische Grundlage besitzt, wie die Versklavung der Frauen. Dennoch erkennt die goreanische Gesellschaft die Richtigkeit und Legalität der Versklavung von Männern an. Es ist eine eher praktische und wirtschaftliche Entscheidung, als durch eine tiefergehende Philosophie begründet. Auf dieser gesetzlichen Grundlage kann jedermann auf Gor versklavt werden. Niemand ist immun gegen die Bedrohung durch den Stahlkragen.

Die meisten Sklaven werden nicht in die Sklaverei geboren, sondern gewaltsam oder legal zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens versklavt. Die Züchtung von Sklaven kommt vor, ist aber eine sorgfältig kontrollierte Angelegenheit. Sklaven werden mit anderen Sklaven gekreuzt, und freie Männer haben nur sehr selten Kinder mit ihren Sklavinnen. Gesetzlich würden solche Kinder als Sklaven geboren. Während der Besamung zur Zucht werden den Sklaven die Augen verbunden und es ist ihnen verboten zu sprechen, so dass die beiden einander nicht kennen lernen und keine Beziehung zueinander aufnehmen können. Der Besitzer der Sklaven und vielleicht noch andere Menschen werden der Besamung zusehen. Nur ein kleiner Anteil der Sklavenzucht wird mit einer besonderen Absicht sehr sorgfältig von Sklavenhäusern durchgeführt. Einige speziell gezüchtete Mädchen können Stammbaumlinien besitzen, die über vierzig Generationen zurückreichen. Nur wenige männliche Sklaven besitzen solche Stammbäume. Die Züchtung von Exoten ist eine weitere Spezialität.

Die Erde war immer eine Quelle für Sklaven für Gor. Sowohl Agenten von Priesterkönigen, wie auch Agenten der Kurii reisen zur Erde, um Frauen zu entführen und nach Gor zu bringen, um sie dort zu versklaven. Solche Mädchen werden oft über ein oder zwei Jahre beobachtet, bevor sie entführt werden, um sie einzuschätzen. In den zurückliegenden Jahren haben die Agenten der Kurii begonnen, größere Mengen von Frauen der Erde nach Gor zu bringen und haben diese so bekannter werden lassen. Erd-Frauen werden als natürliche Sklavinnen angesehen, da sie keinen Heimstein besitzen. Außerdem verletzt ihre Versklavung kein goreanisches Gesetz, eben weil sie keinen Heimstein haben. Erd-Frauen werden als Barbarinnen angesehen, da sie nichts über Gor wissen und man ihnen selbst die goreanische Sprache beibringen muss. Aber sie stehen im Ruf, ausgezeichnete Sklavinnen zu sein, wenn sie erst ausgebildet sind. Da mehr Frauen auf den goreanischen Sklavenmärkten auftauchen, hat ihre Seltenheit abgenommen und ihre Preise beginnen sich zu stabilisieren.

Nur wenige Erd-Männer wurden je nach Gor gebracht, um versklavt zu werden. Tatsächlich werden gegenwärtig überhaupt nur sehr wenige Erd-Männer nach Gor gebracht. Jason Marshall könnte der erste Erd-Mann sein, der je nach Gor gebracht wurde, um speziell Sklave zu werden. Es ist überraschend, dass nicht mehr Erd-Männer nach Gor gebracht werden, um versklavt zu werden. Gewisse Erd-Männer wären ausgezeichnete Seidensklaven. Andere wären als Arbeitssklaven akzeptabel. Es könnte zum Teil an der allgemeinen Abneigung liegen, die Goreaner gegenüber Erd-Männern hegen, die sie als zu wenig männlich betrachten. Es erscheint jedoch ein möglicher und lukrativer Weg für einen unternehmungslustigen Sklavenhändler zu sein, besonders für einen, der Agent der Kurii ist.

Die Einrichtung der Sklaverei durchdringt viele Bereiche der wirtschaftlichen Aspekte der goreanischen Gesellschaft. Zahlreiche Kasten ziehen Arbeit und Profit aus dieser Einrichtung. Von den Metallarbeitern, die Sklavenketten schmieden bis zu den Parfümherstellern, die Sklavenparfüme liefern, profitieren viele Kasten von der Sklaverei. Auch führen Sklaven die niedrigsten Arbeiten auf Gor durch, Aufgaben, die die meisten freien Menschen ablehnen würden, wie den Abtransport von Abfällen aus dem Beinhaus. Aber die Sklaven sind nicht lebenswichtig für die Produktion in der goreanischen Gesellschaft. Obwohl einige Bauern Sklaven einsetzen, wird die meiste landwirtschaftliche Tätigkeit auf Gor durch Freie ausgeführt. Und viele der Kasten, die von der Einrichtung der Sklaverei profitieren, könnten ihre Bemühungen in andere Richtungen lenken, wenn die Sklaverei plötzlich verboten wäre.

Viel zu viele scheinen anzunehmen, dass sich goreanische Sklaverei um Sexualität dreht. Sie tut es nicht. Sklaven verrichten zahlreiche Pflichten und Aufgaben auf Gor und die Sklaverei berührt viele Bereiche der Gesellschaft. Man sollte die Absolutheit dieser Einrichtung verstehen und ihre zahlreichen Facetten und Perspektiven bemerken. Man sollte nicht nur an Vergnügungssklavinnen denken, sondern auch die Koch-Mädchen und Galeerensklaven sehen. Es gibt nicht nur Pagatavernen, sondern auch öffentliche Wäschereien und private Mühlen, in denen Sklaven arbeiten. Man bedenke die Kasten, die von dieser Einrichtung profitieren, alle Einzelnen, die Vorteile haben, obwohl viele von ihnen selbst nie Sklaven besessen haben.

Das legale Vorkommen von Sklaverei auf Gor ist mit Sicherheit ein wesentlicher Unterschied zur modernen Erde. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Einrichtung irgendwann in näherer Zukunft von Gor verschwinden wird. Unter diesem Blickwinkel ist es extrem wichtig, die Bedeutung der Sklaverei auf Gor zu verstehen, um Gor verstehen zu können. Aber man muss auch die relativ kleine Zahl an Sklaven zur Kenntnis nehmen, muss bemerken, wie viel mehr freie Frauen es auf Gor gibt, als Sklavinnen. Und man sollte zur Kenntnis nehmen, wie wenig Sklaven auf Gor tatsächlich zur Produktion beitragen. In vielerlei Hinsicht ist die Sklaverei auf Gor Luxus. Das bedeutet, dass die Abschaffung der Sklaverei die goreanische Gesellschaft nicht dramatisch verändern würde. Ja, Sklaverei ist wichtig auf Gor, aber sie ist mit Sicherheit kein lebenswichtiger Bestandteil der goreanischen Gesellschaft.

Die Flora von Gor (Schriftrolle 28)

Wie bei vielen anderen Dingen auch, ist die Flora von Gor eine Kombination von Dingen, die ähnlich auch auf der Erde vorkommen und einer Vielzahl für Gor sehr spezifischer Exemplare. Im Folgenden findet sich eine Liste der goreanischen Flora, soweit sie in den Romanen beschrieben oder benannt wird. Natürlich gibt es viele andere Arten und Pflanzen, Bäumen und Ähnliches auf Gor, die nie in den Büchern erwähnt wurden. Die Regenwälder um Schendi zum Beispiel, oder die nördlichen Wälder enthalten Millionen von Pflanzenarten und viele werden in den Büchern nicht beschrieben oder aufgezählt. Weitere Informationen über einige Pflanzen von Gor finden sich in Schriftrolle 7: Speisen und Getränke.

Arktische Flora: Die arktische Region von Gor, die Heimat der Roten Jäger, ist nicht so öde, wie man vermuten könnte. Es gibt ungefähr 240 Pflanzenarten die im Abstand von fünfhundert Pasang vom Nordpol wachsen. Nur die Bereiche unter ewigem Eis sind fast völlig ohne pflanzliches Leben. Die typische Vegetation sind kleine, mehrjährige Pflanzen. Die Wachstumsperiode ist zu kurz, als dass einjährige Pflanzen sich adäquat entwickeln könnten. Während der kalten Winter liegen die Knospen der mehrjährigen Pflanzen in einer flauschigen, schützenden Hülle. Unter all den verschiedenen Pflanzenarten dieser Region gibt es keine die Dornen haben oder giftig sind. Es gab keinen Grund, solche Schutzmaßnahmen zu entwickeln, da keine Räuber die dortige Vegetation bedrohen.

Bazi Tee: Ein Kräutertee, der in vielerlei Arten angeboten wird. Deshalb gibt es eine Anzahl von Büschen, die Teeblätter liefern, obwohl sie nicht mit spezifischen Namen belegt sind. Da Bazi-Tee ein weit verbreitetes Getränk ist, dürften die Tee-Sträucher nicht mehr länger auf Bazi beschränkt sein und an einer Menge anderer Orte wachsen.

Black Wine: Ein kaffeeähnliches Getränk, hergestellt aus Bohnen, die nur in den Bergen um die Stadt Thentis gedeihen. Thentis handelt nicht mit den Bohnen, um dieses Getränk herzustellen. Es ist sehr stark und bitter, fast wie Espresso. Es hat vermutlich seinen Ursprung auf der Erde, vor allem weil sein Wachstumsbereich auf Gor so klein ist.

Brak-Busch: Ein wohlriechender Strauch, dessen Blätter, wenn sie gekaut werden, eine abführende Wirkung haben und Erbrechen auslösen können. Der Brak-Busch spielt auch eine Rolle bei bestimmten abergläubischen Bräuchen, die mit dem goreanischen Neujahrsfest zu tun haben, wenn viele Menschen ihre Türen mit Pech versiegeln und Zweige des Brak-Busches daran festnageln. Am ersten Tag des neuen Jahres wird das Pech abgewaschen und die Brak-Zweige werden entfernt.

Kakao-Bäume: Diese Bäume wachsen in der Tropenregion Gors und ihre Bohnen werden zur Herstellung von Schokolade benutzt. Sie scheinen irdischen Kakao-Bäumen sehr ähnlich zu sein.

Carpet-Pflanzen: Es handelt sich um Pflanzen der Regenwälder von Gor. Sie besitzen starke Ranken, die zum Festbinden von Gegenständen verwendet werden können.

Klee (Clover): Eine goreanische Pflanze, die der gleichnamigen irdischen sehr ähnlich ist.

Dina: Eine kleine, kurzstängelige Blume, die überwiegend an den Hängen der Hügel in den nördlichen Temperaturzonen von Gor wächst. Sie ist viel seltener auf der Südhalbkugel und deshalb sind Dinas dort viel wertvoller. In den Knospen, auch wenn ansonsten auf kaum eine Weise, ähnelt sie der irdischen Rose. Die Dina wird manchmal „Sklavenblume“ genannt, obwohl der genaue Ursprung dieser Bezeichnung unbekannt ist. Es gibt eine Sage ihren Ursprung betreffend, die sich auf einen Ubar von Ar konzentriert. Dieser Ubar verfolgte und erbeutete die Tochter eines seiner Feinde, indem er sie schließlich mitten in einem Feld voller Dinas in die Falle lockte. Der Ubar sah sich um und wählte als neuen Namen für seine Sklavin „Dina“. Dina ist ein verbreiteter Name für Sklavinnen und es gibt sogar ein Brandzeichen, das dieser Blume ähnelt. Mädchen, die mit der Dina gebrannt sind, können als „Dinas“ angesprochen werden. Es gibt einen weiteren Grund, warum man die Dina Sklavenblume nennt. „Nämlich weil, obwohl zierlich und wunderschön, ist es eine ziemlich gewöhnliche, unwichtige Blume, die schnell gepflückt werden kann, ohne Schutz, die leicht zertreten werden kann, überwältigt und, wenn man möchte, weggeworfen.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 62)

Farn: Eine Pflanze, die der gleichnamigen Pflanze der Erde entspricht.

Festal: Eine Art Buschwerk, das im Vosk-Delta wächst und möglicher Weise auch woanders. Es gibt in den Büchern keine Beschreibung davon.

Flahdah: Ein Baum der Tahari-Region, der an einen flachen Schirm auf einem verwachsenen Stiel erinnert. Der Flahdah hat schmale Zweige mit lanzettförmigen Blättern. Der Stamm beugt sich wie eine Palme und er wird selten höher als zwanzig Fuß (6m).

Flamnium: Eine große Blume mit fünf scharlachroten Blütenblättern. Ihre Knospen sind groß und sie riecht vermutlich angenehm.

Blumenbaum (Flowertree): Es ist unbekannt, ob es sich um ein einheimisches oder um ein speziell von Menschen gezüchtetes Gewächs handelt. Der Baum hat einen segmentierten Stamm und trägt viele wunderschöne Blüten. In einigen Gärten werden die Bäume gezüchtet, so dass die Blüten dicht zusammenstehen und gleich als Strauss gepflückt werden können. Die Farben der Blüten werden auch gezüchtet, so dass jedes Büschel eine interessante Auswahl an Farben und Schattierungen enthält. Es sind wahrscheinlich sehr teure Bäume.

Früchte: Es gibt eine große Vielfalt an Früchten, die auf Gor gedeihen. Viele davon entsprechen Früchten der Erde, wie Aprikosen, Beeren, Kirschen, Datteln, Pampelmusen, Melonen, Oliven, Pfirsiche, Birnen, Pflaumen, Granatäpfel und Erdbeeren. Die Kirschen und die roten Oliven von Tyros und die Oliven von Tor sind auf ganz Gor berühmt. Es gibt auch einheimische Früchte auf Gor, wie Larmas, Ram-Beeren, Ta-Trauben und Tospit.

Gras: Es gibt einige Arten unterschiedlich gefärbten Grases auf Gor, einschließlich violetten, dunkelblauem und gelb-orangem Gras. Es könnten noch andere Farben vorkommen.

Hogarthe-Bäume: Diese Bäume erinnern an die Pappeln der Erde. Sie haben eine weiße Rinde und schimmernd grüne Blätter. Sie werden ungefähr fünfzig Fuß (15m) hoch und stehen etwa dreißig bis vierzig Fuß (9-12m) auseinander. Man findet sie meist in der Nähe von Wasserstellen in den Barrens, der Heimat der Roten Wilden. Diese Bäume sind nach Hogarthe benannt, einem frühen weißen Erforscher der Barrens-Region.

Ka-la-na-Bäume: Der Ka-la-na-Baum ist auch als Weinbaum bekannt, da der berühmte Ka-la-na-Wein aus seinen Früchten gewonnen wird. Die Rinde und das innere Holz des Baumes sind gelb und das Holz ist wirklich sehr stark und biegsam. Es wird meist zur Herstellung von Bogen benutzt. Die Frucht des Baumes kann einfach so gegessen oder zur Weinherstellung benutzt werden. Der Baum duftet süßlich, vermutlich mehr wegen seiner Früchte, als wegen des Holzes selbst. Leider beschreiben die Bücher nicht, wie Ka-la-na-Früchte aussehen. Ka-la-na-Obstgärten sind auf Gor weit verbreitet und viele Städte stellen ihren eigenen Ka-la-na her. Obwohl Ka-la-na in den Büchern vor allem als rot beschrieben wird, gibt es Hinweise, dass es noch andere mögliche Farben gibt. Ka-la-na wird in süßen, trockenen und leichten Sorten angeboten.

Kanda: Diese Pflanze wächst vorwiegend in den Wüstengebieten der südlichen Halbkugel, obwohl sie auch im Norden vorkommt. Die Wurzeln der Kanda-Pflanze sind gemahlen und getrocknet extrem giftig. Oft bereitet man daraus eine Paste, die als Glasur auf Nadeln oder Klingen aufgetragen wird. Diese Glasur kann leicht weißlich aussehen, wenn sie durch Hitze geschmolzen wurde. Es ist ein tödliches Gift und nur sehr wenige ehrbare Goreaner, außer Frauen, würden es benutzen. Die Blätter der Kanda-Pflanze sind nicht giftig, obwohl sie ihre eigene Form von Schaden verursachen. Die Blätter werden häufig eingerollt und dann gekaut oder ausgesaugt. Sie wirken als betäubende Droge und sie machen abhängig. Auf der Südhalbkugel gibt es wegen des häufigeren Vorkommens der Pflanze auch die größeren Probleme mit derartigen Abhängigkeiten.

Katch: Ein vielschichtiges Blattgemüse, vergleichbar mit Salat, Kohl oder Spinat.

Kes: Dieser Strauch wächst am Besten auf sandigem Boden und verwurzelt sich extrem tief im Untergrund. Die Zweitwurzeln des Strauchs sind blau und schmecken salzig. Sie können gegessen werden und sind die Hauptzutat in Sullage, einer Art Suppe.

Kort: Ein braunes, dickschaliges Gemüse mit ungefähr fünfzehn Zentimeter Durchmesser. Das innere ist gelb, faserig und mit vielen Samenkörnern durchsetzt. Es wächst in der Tahari und wird oft in Scheiben mit geschmolzenem Käse und Muskatnuss serviert.

Larma: Es gibt zwei Arten von Larmas, eine harte Larma und eine segmentierte Larma. Die harte Larma hat eine knackige rote Schale wie ein Apfel. Sie hat einen einzigen, großen Kern als Samen und wird daher auch Steinfrucht genannt. Die segmentierte Art ist sehr saftig und ähnelt mehr einer Orange.

Leech-Pflanze: Eine gefährliche Pflanze, die sich von Blut ernährt. Die Pflanze spürt lebende Wesen auf, die in ihrer Nähe vorbeigehen und kann ziemlich schnell zuschlagen. Fast wie ein Vampir stößt sie zwei hohle, reißzahnähnliche Dornen in ihr Opfer. Sie macht ein lautes und sehr lebhaftes Sauggeräusch, während ihre blasenartigen Samengefäße sich ausdehnen und zusammenziehen, um das Blut durch die Dornen zu saugen. Auf vielbefahrenen Straßen entfernt man diese Pflanzen vom Wegesrand. Sie sind vor allem für Kinder und kleine Tiere gefährlich. Aber auch ein Erwachsener, der eine bewaldete Umgebung vor dem Nachtlager nicht prüft, kann dieser Gefahr zum Opfer fallen.

Lianen-Ranke: Eine Pflanze der Regenwälder, die dem Kundigen als Trinkwasserquelle dienen kann. Man macht einen Einschnitt hoch an der Ranke, oberhalb des eigenen Kopfes. Dann macht man einen zweiten Schnitt etwa einen Fuß über dem Erdboden. Eine solche Ranke enthält etwa einen Liter Wasser, abhängig von vorangegangenem Niederschlag.

Lotus-artige Blumen: Diese Wasserpflanzen die dem irdischen Lotus ähneln, werden auch auf Gor gefunden, allerdings ist nicht bekannt, wie sie genannt werden.

Nadelbäume: Immergrüne, in Thentis und den nördlichen Wäldern beheimatete Bäume. Ihr Öl wird zur Parfümherstellung verwendet.

Palmen: In den Regenwäldern gibt es mehr als 1500 Palmenarten, obwohl nur wenige davon in den Büchern ausdrücklich erwähnt werden. Einige Palmen haben Blätter, die zwanzig Fuß (6m) lang werden können. Eine Art, die in den Büchern erwähnt wird, ist die Fächerpalme. Sie wächst in den Regenwäldern Gors und kann, wie die Lianenranke, als Wasserquelle dienen. Die Fächerpalme ist meist über zwanzig Fuß (6m) hoch und ihre Blätter sind wie ein Fächer aufgespreizt. Regenwasser fällt in die Fächer und wird am unteren Ende gesammelt. Sie kann bis zu einem Liter Wasser sammeln. Dattelpalmen werden auch in den Büchern erwähnt. Sie können bis zu einhundert Fuß (30m) Höhe erreichen. Eine Dattelpalme braucht zehn Jahre, bis sie zum ersten Mal Früchte trägt. Aber danach wird diese Dattelpalme die nächsten einhundert Jahre lang Früchte tragen. Jedes Jahr liefert eine Dattelpalme zwischen vierzig und zweihundert Pfund Datteln. Es gibt einen Palmwein auf Gor, ein Export der Stadt Schendi, aber es gibt keine Beschreibung dieses Weines in Bezug auf Farbe, Geschmack und ähnliches.

Schotenbaum (Pod tree): Ein einheimischer Baum der Regenwälder aus dessen innerer Rinde Rindenkleidung gefertigt werden kann.

Ram-Beeren: Diese Beeren ähneln winzigen Pfläumchen. Es sind kleine, rötliche Beeren mit essbaren Samenkernen.

Rence: Die Rence-Pflanze ist eine schlanke Blattpflanze, die in der Delta-Region beheimatet ist, obwohl sie noch in einigen anderen Sumpfgebieten Gors vorkommt. Rence-Pflanzen haben eine lange, etwa zwölf Zentimeter dicke Wurzel, die unter Wasser liegt und horizontal vom Strunk wegwächst. Eine Vielzahl kleinerer Wurzeln dringt von dieser Hauptwurzel aus in den schlammigen Untergrund des Deltas ein. Über der Wasseroberfläche erheben sich einige lange Stängel in die Höhe. Es können bis zu einem Dutzend Stängel sein, und sie können sechzehn Fuß (4,8m) hoch werden. Meist besitzen sie eine einzelne, blütenähnliche Spitze, die mitten aus dem Stängel wächst. Die Kaste der Rencer lebt im Gebiet des Deltas und ihre Hauptbeschäftigung ist der Anbau, die Pflege und die Nutzung der Rence-Pflanzen. Rence wird für viele Dinge benutzt, aber die Hauptanwendung ist die Herstellung einer Art Papier. In der Schriftrolle 31: Die Kaste der Rencer findet man weitere Informationen über die Rence-Pflanze.

Rep-Pflanze: Sie ist ein kleiner, rötlicher Busch. Die Samenstände dieses Busches enthalten ein weißliches, faseriges Material, das zur Kleidungsherstellung verwendet wird. Rep wird in verschiedenen Gebieten kommerziell angebaut, vor allem unterhalb von Ar und oberhalb des Äquators. Rep-Tuch ist billig, stabil und lässt sich gut färben. Es ist ein verbreitetes Tuch für Sklavenkleidung und viele der Niederen Kasten.

Sa-Tarna: Ein hohes, gelbes Getreide, das auf Gor zu den Hauptnahrungsmitteln gehört. Sa-Tarna-Brot ist das wesentlichste daraus gewonnene Erzeugnis. Aus Sa-Tarna-Körnern bereitet man auch Pagar-Sa-Tarna, kurzgesagt Paga, ein fermentiertes Gebräu, das vermutlich das beliebteste alkoholische Getränk auf Gor ist. Es gibt eine gekreuzte Art von Sa-Tarna, die eher bräunlich ist und in der Tahari-Region angebaut wird, da sie an die Wüstenhitze angepasst wurde.

Sim-Pflanze: Es ist eine wild wuchernde, rankenartige Pflanze mit gerollten Blättern, die in den Weidezimmern im Nest der Priesterkönige innerhalb des Sardar-Gebirges angebaut wird.

Sip-Wurzel: Eine sehr bittere Wurzel, die einen empfängnisverhütenden Effekt haben kann. In einigen Gebieten, wie zum Beispiel in den Barrens, wird Sip-Wurzel roh gekaut und sie fungiert für drei bis vier Monate als Kontrazeptivum. In den Städten benutzt man sie auch als Zutat im Sklavenwein. Sklavenwein fungiert zur Zeit als unbefristetes Kontrazeptivum, unwirksam gemacht, nur durch ein spezielles Gegenmittel.

Sul: Ein knollenartiges Wurzelgemüse ähnlich einer Kartoffel. Meist ist es groß, dickhäutig, stärkehaltig und gelbfleischig. Es ist ein goreanisches Grundnahrungsmittel und kann auf millionenfache Weise serviert werden. Bauern bereiten daraus auch ein alkoholisches Getränk, das Sul-Paga genannt wird. Es entspricht sehr starkem selbstgebranntem Schnaps.

Ta-Trauben: Diese Trauben stammen ursprünglich von der Insel Cos obwohl sie jetzt in vielen Gebieten angebaut werden. Sie sind so groß wie kleine Pflaumen und werden oft von Sklavinnen geschält, bevor man sie serviert. Ein berühmter Wein wird aus diesen Trauben gewonnen und Cos soll dabei die beste Qualität in Ta-Wein bieten. Andere Städte bieten andere Sorten, aber keine ist besser als die von Cos. Die Farbe dieses Weins wurde in keinem der Bücher beschrieben.

Talender: Eine zierliche Blume mit gelben Blüten. Die Talenderblume wird oft mit Liebe und Schönheit assoziiert. Freie Frauen tragen Talenderblumen bei der Feier zum Fest der Freien Gefährtenschaft oder Jungfrauen binden sie in Girlanden zum Tragen. Auch Sklavinnen dürfen sich mit Talenderblumen schmücken, obwohl freie Frauen sehr dagegen sind. Wenn ein Sklavenmädchen sich Talender ins Haar steckt, ist es ein stummer Wunsch, von ihrem Herrn genommen zu werden. Auch steckt sich eine Sklavin Talender ins Haar, wenn sie sich schließlich ihrem Herrn völlig unterwirft, aber Angst hat, das auszusprechen. Die Talenderblume ist ein stummes Signal ihrer Unterwerfung.

Telekint: Eine in der Tahari-Region verbreitete Pflanze, aus deren Wurzeln ein roter Farbstoff gewonnen werden kann. Man püriert nur die Wurzel und vermischt es mit Wasser.

Tem-Holz: Ein Baum aus sehr starkem und biegsamen Holz. Dieses Holz wird oft für wichtige Bauarbeiten verwendet.

Teriotrope: Eine bunte und duftende Blume. Sie wird in den Büchern nicht genau beschrieben.

Tes: Eine Art von Strauchwerk, das im Vosk-Delta vorkommt und vielleicht woanders auch. Es wird in den Büchern nicht genau beschrieben.

Teslik: Eine Pflanze deren Extrakt eine aktive Zutat im Zuchtwein ist, dem Gegenmittel des Sklavenweins.

Tabak: Eigentlich ist Tabak auf Gor unbekannt. Dennoch gab es eine Person im Sardar-Gebirge, die etwas Tabak angebaut hat, importiert von der Erde. Dies ist eine extreme Ausnahme und nirgends außerhalb des Sardar-Gebirges gibt es Tabak.

Tor-Strauch: Dieser Strauch, der unter anderem im Vosk-Delta gefunden wird, ist unter zahlreichen verschiedenen Namen bekannt. Dieser Name wird mit „leuchtender Strauch“ oder „Strauch des Lichts“ übersetzt. Er hat reichlich leuchtende Blüten, entweder gelb oder weiß. Er blüht im Herbst und wird nicht größer als hüfthoch.

Tospit: Eine gelblich-weiße, pfirsichähnliche Frucht, ungefähr pflaumengroß. Sie kommt in einer lang- und kurzstieligen Form vor. Die kurzstielige Form ist mehr verbreitet und hat meist sehr viele Kerne. Die seltene, langstielige Form aber nicht. Die Tospit ist eine recht hartfleischige Frucht, sehr bitter, die oft in Scheiben, mit Honig oder Sirup oder als Saft zum aromatisieren verzehrt wird. Sie ist sehr gut geeignet, Seeleute gegen Krankheiten zu schützen und wird manchmal die Larma der Seeleute genannt. Sie ist leicht zu trocknen und gut an Bord eines Schiffes zu lagern. Die langstielige Form ist erst im Spätsommer verfügbar.

Tur-Bäume: Diese Bäume sind hochaufragende, rötliche Bäume, die zweihundert Fuß (60m) oder höher werden können und sie ähneln den Redwoods der Erde. Sie sind sehr verbreitet in den nördlichen Wäldern von Gor. Die Stadt Turia führt ihren Namen auf diese Bäume zurück. Die Legende sagt, dass ein Tur-Baum in den südlichen Ebenen in der Nähe einer Quelle gefunden wurde. Niemand wusste, warum dieser Baum dahin kam, oder wie. Eine Stadt wurde in diesem Bereich gegründet und sie wurde später unter dem Namen Turia bekannt.

Turl-Busch: Dieser Busch wird von den Roten Wilden benutzt um Felle wasserfest zu machen.

Tur-pah: Ein rankenähnlicher Baumparasit, der auf Tur-Bäumen gedeiht. Seine Blätter, scharlachrot und annähernd eiförmig sind essbar und eine Hauptzutat von Sullage, einer Art Suppe.

Vangis: Eine unbekannte Art Frucht oder Gemüse. Sie wird in den Büchern genannt, aber nicht beschrieben.

Gemüse: Auf Gor wird eine große Vielfalt an Gemüsen angebaut. Darunter viele Arten, die denen der Erde ähneln, wie Bohnen, Kohlsorten, Karotten, Mais, Zwiebeln, Erbsen, Paprika, Kürbisse, Radieschen, Squash und Steckrüben. Es gibt auch auf Gor heimische Gemüse, wie Katch, Korts und Suls.

Veminium: Es gibt einige verschiedene Arten dieser Blume. Im Allgemeinen ist eine blaue Wildblume gemeint, die man in den unteren Bereichen des Thentis-Gebirges findet. Man kann sie zur Parfümherstellung verwenden. Es gibt auch die Wüsten-Veminium, eine kleine violette Blume, die an den Rändern der Tahari-Region wächst. Auch aus ihr kann man Parfüm herstellen. Beide Arten werden in Wasser gekocht und die entstehenden Dämpfe werden als Öl kondensiert. In der Tahari wird dieses Öl dazu benutzt, Wasser zu parfümieren, mit dem man sich seine Speisehand vor und nach dem Essen reinigt.

Verr-Gras: Eine verbreitete Art bräunlichen Grases auf Gor, vermutlich so genannt, weil Verr gern darauf grasen.

Männliche Dominanz (Schriftrolle 34)

“Zudem neigt die goreanische Kultur dazu, sei es gut oder schlecht, männlich orientiert und männlich dominiert zu sein…” (Meuchelmörder von GOR, S. 134)

Jeder weiß, dass männliche Vorherrschaft ein wichtiger Aspekt der goreanischen Philosophie ist. Männliche Dominanz wird als Teil der natürlichen Ordnung gesehen, als biologische Wahrheit. In der Natur folgen alle Primaten dem Prinzip männlicher Dominanz und fast alle Säugetiere ebenso. Eine oberflächliche Lektüre der Gor-Romane vermittelt allerdings ein falsches Bild dieses Konzepts männlicher Dominanz. Die Dominanz des Mannes ist im Prinzip zwar überall gegeben, allerdings nicht absolut. Zahlreiche existierende Ausnahmen belegen, dass die männliche Dominanz auf Gor eine Verallgemeinerung darstellt. Dies scheint eine Tatsache zu sein, die viele Menschen mißzuverstehen scheinen.

Wir wollen zunächst die offensichtlichsten Ausnahmen dieses Prinzips betrachten, Frauen, die hohe Positionen mit großer Macht besetzen. Goreanische Städte können von Frauen in solchen Positionen wie Tatrix, Ubara oder Administratorin regiert werden. Es gibt kein Gesetz auf Gor, das Frauen das Besetzen dieser Positionen verbieten würde. Tharna, Corcyrus und Port Olni wurden alle einmal durch eine Tatrix regiert. Ar, nach der Invasion durch Cos, wird von Talena als Ubara regiert. Nach der Revolte in Tharna regierte eine Frau die Stadt als Administratorin. Die Bürger dieser Städte schienen keine Probleme zu haben, eine weibliche Herrscherin zu akzeptieren. Selbst nachdem in Tharna die gefürchteten Silbermasken vertrieben waren, akzeptierten es die Leute, von einer Frau regiert zu werden.

Diese Frauen besaßen die gleiche Macht, die ein männlicher Herrscher besessen hätte. Sie sind also die mächtigsten Einzelpersonen in ihrer Stadt, über allen anderen, männlich, wie weiblich.. Diese weiblichen Regenten können jedes Gesetz veranlassen oder verändern, wenn sie das möchten. Sie können Kriege beginnen, Verträge abschließen, Allianzen eingehen, Steuern eintreiben, Verräter festsetzen und vieles mehr. Diese weiblichen Regenten sind keinem Mann unterstellt. Natürlich können auch solche Frauen versklavt werden, und die meisten Beispiele weiblicher Herrscherinnen in den Büchern erhielten schließlich einen Kragen. Aber das mindert ihre Macht nicht im Mindesten. Auch alle Männer können versklavt werden. Es ist ein Risiko für alle Goreaner jeglichen Geschlechts. Jeder Herrscher kann aus seiner Machtposition vertrieben werden. Selbst der große Marlenus, Ubar von Ar, wurde aus seiner Machtposition vertrieben.

Wenn Frauen Städte regieren können, dann gibt es keinen Grund, warum sie nicht Kasten-Führer oder Mitglieder des Hohen Rates sein sollten. Es steht nichts in den Büchern, das darauf hinweist, dass solche Positionen Frauen verboten wären, obwohl die Bücher keine Beispiele von Frauen in solchen Positionen benennen, denn sie benennen fast keinen der Menschen in derartigen Positionen. Wenn überhaupt sind nur ein paar wenige Kasten-Führer oder Mitglieder des Hohen Rates speziell identifiziert.

Der Status im allgemeinen Leben auf Gor ist auch sehr wichtig. Im Allgemeinen werden die hohen Kasten als den niederen überlegen betrachtet. Darin liegt ja der Grund für die Hierarchie im Kastensystem. Sie ist wichtiger als jeder Unterschied zwischen den Geschlechtern. Eine Frau der Kriegerkaste würde als einem männlichen Bauern überlegen angesehen. Männer der niederen Kasten werden sich meist ehrerbietig gegenüber Frauen höherer Kasten verhalten. Frauen hoher Kasten haben auch mehr legale Rechte, als Männer der niederen Kasten. Zum Beispiel sind sie bei der Abstimmung zur Wahl eines Administrators wahlberechtigt. Frauen sind auf Gor vom Gesetz her berechtigt, alle Arten von Eigentum zu besitzen. Sie können großen Häusern und Geschäften vorstehen. Sie können große Anwesen, Bauernhöfe oder Farmen besitzen.

Männer können versklavt und Eigentum von Frauen werden. Männliche Sklaven sind Sklaven in jeder Hinsicht und stehen unter allen freien Frauen, egal welcher Kaste. Seidensklaven sind männliche Vergnügungssklaven, ausgebildet, Frauen Vergnügen zu bereiten. Wäre die männliche Dominanz absolut, würde man erwarten, dass keine Frau je einen Mann besitzen könnte. Es gibt sogar weibliche Sklavenjäger, die sich mit Sklavenjagd befassen. Panthermädchen und Talunas sind ebenso in der Lage, Männer zu fangen und zu versklaven. Solche Frauen sind sehr dominant in den Gebieten der Wildnis. Außerdem ist die tatsächliche Zahl weiblicher Sklaven auf Gor sehr gering, nur ungefähr 2 bis 3% der weiblichen Bevölkerung. Sklaverei auf Gor ist in Wirklichkeit ungewöhnlich, wenn man die Zahlen um die es dabei geht genau betrachtet.

Warum gibt es all diese Ausnahmen, wenn männliche Vorherrschaft so spezifisch für die goreanische Philosophie ist? Ist „männliche Dominanz“ nur goreanische Rhetorik, ein Traum der Massen? Sind all diese Ausnahmen einfach bizarre Abweichungen? Welche Rolle spielt männliche Dominanz auf Gor wirklich?

Die Antwort hängt von der Tatsache ab, dass männliche Dominanz, obwohl sie ziemlich wichtig ist, kein wesentlicher Grundsatz der goreanischen Philosophie ist. Sie ist vielmehr ein Ergebnis eines viel tiefer liegenden Grundsatzes, eines Grundsatzes ohne Ausnahmen. Dieser bildet das Fundament vieler Gesichtspunkte der goreanischen Philosophie und Gesellschaft. Dieser Grundsatz ist einer der klarsten Unterschiede zwischen den Morallehren von Erde und Gor. Es ist ein Grundsatz, den die meisten Menschen der Erde abstoßend finden. Auf der Erde hat dieser Grundsatz zu Völkermord, Krieg, Tyrannei, Sklaverei und anderen Gräueltaten geführt. Die Vereinigten Staaten wurden gegründet, um sich diesem Grundsatz entgegen zu stellen.

Dieser furchtbare Grundsatz besagt, „Menschen sind nicht gleich“. Ein Zitat aus den Büchern erklärt diesen Punkt.

„Die Morallehre der Erde, aus goreanischem Blickwinkel, ist eine Morallehre, die für Sklaven angemessener erscheint, als für freie Menschen. Sie könnte als Neid und Missgunst von Untergebenen gegenüber ihren Vorgesetzten betrachtet werden. Sie legt großen Wert auf Gleichheit und darauf, demütig zu sein, freundlich und ohne Reibereien zu sein, liebenswürdig und klein. Es ist eine Morallehre, die am Besten die Interessen von Sklaven vertritt, die nur zu gerne als gleich zu anderen gesehen werden würden. Wir sind alle gleich. Das ist die Hoffnung von Sklaven, es liegt in ihrem Interesse, andere davon zu überzeugen. Die goreanische Morallehre andererseits ist eine der Ungleichheit, ausgehend von der Annahme, dass Individuen nicht gleich sind, sich in vielen Dingen unterscheiden. Man könnte sagen, obwohl es eine zu große Verallgemeinerung ist, es ist eine Morallehre von Herren.“ (Die Marodeure von GOR, S. 8)

Dieser Grundsatz erkennt an, dass wir alle Individuen sind, und jedes Individuum sich auf millionenfache Weise von den anderen unterscheidet. Nicht alle Männer sind gleich und auch nicht alle Frauen sind gleich. Menschen werden auf einer individuellen Grundlage beurteilt, ausgehend von ihren Fähigkeiten, ihrer Intelligenz, ihren Mängeln und anderen Dingen. Obwohl die Erde die Wichtigkeit von Individualität anerkennt, betont sie dennoch die grundsätzliche Gleichheit aller. Gor ist eine elitärere Gesellschaft, wo die Fähigsten als besser angesehen werden, als die unter ihnen stehenden. Jeder Mensch ist noch immer wichtig, aber einige werden für wichtiger gehalten, als andere.

Auf Gor ist dieser Grundsatz die Basis der Sklaverei, des Kastensystems mit den Kodizes, dem Zweiten Wissen, ihres Regierungssystems, des Heimsteins und von vielem anderen mehr. Kein anderer Grundsatz ist vermutlich wichtiger oder essentieller für die goreanische Philosophie und Gesellschaft. Trotzdem ist es vermutlich der für Erdenmenschen am schwersten zu akzeptierende Grundsatz, da er im Gegensatz zu vielem steht, an das wir glauben. Viele Länder der Erde begrüßen den Grundsatz, dass alle Menschen gleich sind. Um gegensätzliche Blickwinkel zuzulassen, braucht es einige Arbeit, den vielen Jahren der Konditionierung entgegen zu wirken. Ich habe viele Online-Goreaner getroffen, die nicht gewillt waren, diesen Grundsatz völlig zu akzeptieren, trotz seiner Wichtigkeit für die goreanische Philosophie.

Dieser Grundsatz bietet auch Erklärungen für die weiter oben genannten Ausnahmen von der männlichen Dominanz an. Obwohl sie eine allgemeine Regel darstellt, werden einige Frauen als den Männern überlegen betrachtet, basierend auf Faktoren wie Status, Können und Macht. Zahlreiche Männer werden einer Tatrix oder Ubara folgen, die sich als überlegen erweist. Auch sind nicht alle Männer gleich, und man meint, einige haben es verdient, Sklaven zu sein. Gor legt Wert auf Hierarchien und Männer halten nicht alle oberen Positionen. Das Geschlecht allein legt nicht Status oder Position auf Gor fest. Dies gilt auch für viele andere Aspekte des goreanischen Lebens.

Auch das Kastensystem wurde auf dieser Grundlage aufgebaut. Jeder Mensch in der goreanischen Gesellschaft hat seinen Platz und seinen Rang innerhalb jeden Bereiches. Einem Bauern steht normaler Weise der niedrigste Rang im System zu. Aber diejenigen, die außerhalb des Kastensystems stehen, werden als noch niedriger als selbst die niedrigsten Bauern erachtet. Geächtete und Sklaven, männlich oder weiblich, stehen niedriger als alle anderen im Kastensystem.

In jeder Kaste in den Städten variieren die Leistungen der Mitglieder sehr stark in Bezug auf die jeweiligen Fähigkeiten. Einige sind mitunter nur Lehrlinge, wo andere wahre Meister ihrer Kunst sind. Krieger werden häufig nach ihrem Können bewertet. Das erste Schwert einer Gruppe ist gewöhnlich der beste Schwertkämpfer. Ein Krieger wie Tarl Cabot ist mit Sicherheit eines der besten Schwerter des Planeten. Er kann leicht die meisten der anderen Krieger von Gor besiegen, selbst wenn sie zu mehreren angreifen. Die Kaste der Spieler hat offizielle Ranglisten für all ihre Mitglieder. Goreaner sind stolz auf ihre Fähigkeiten und betreiben von Natur aus gern Wettbewerbe.

Die Ungleichheiten des Kastensystems werden weitergeführt im System des zweiten Wissens. So erzählt man den niederen Kasten bestimmte Unwahrheiten über die Welt, um sie in ihrem Status zu belassen. Man lehrt sie zu glauben, dass die Erde flach sei und dass es Magie gäbe. Dennoch erlaubt das System den höher stehenden Individuen, sich über diese Ebene zu erheben. Die goreanischen Bibliotheken beherbergen die Wahrheit über diese Dinge und sie sind offen für alle, egal ob von hoher oder niedriger Kaste. Ein intelligentes und des Lesens kundiges Mitglied einer niedrigen Kaste kann sich selbst über die Wahrheit hinter diesen Lügen aufklären. Deshalb ist der Platz in der Gesellschaft nicht nur von der Geburt abhängig. Die eigenen Fähigkeiten und das Wissen können jemanden zu höherem Status führen, egal, ob männlich oder weiblich.

Das goreanische Regierungssystem ist nicht demokratisch. Die Hohen Kasten haben meist das Recht, den Hohen Rat zu wählen. Der Hohe Rat bestimmt, oder wählt, abhängig von der Stadt, einen Administrator, der als Exekutive regiert. Den niederen Kasten sagt man, dass, wenn jemals ein Mitglied einer niederen Kaste der Herrscher über eine Stadt werden würde, diese verdammt wäre. Wenn ein Ubar regiert, dann hat eine einzelne Person die Macht an sich gerissen. Er wird nicht in diese Position gewählt. Er regiert so lange, wie er seine Macht behalten kann. Nur die Besten können eine solche Position über längere Zeit halten. Es gibt keine goreanische Stadt, die keinen Herrscher hat oder die wie eine Demokratie regiert wird. Eine Demokratie würde auf Gor als Sklavenregierung angesehen werden, eine Regierung, die sich um Gleichheit bemüht.

Selbst die verschiedenen anderen Kulturen, außerhalb der wichtigen Städte von Gor, wie die Wagenvölker, die Torvaldsländer und die Roten Wilden werden nach dem Grundsatz der Ungleichheit geführt. Sie haben ihre eigenen Regeln und hierarchischen sozialen Strukturen. Jeder hat seinen Platz und einige werden offensichtlich als den anderen überlegen betrachtet. Ubars, Jarls und Häuptlinge regieren dort. Man muss sich seinen Platz als Krieger verdienen oder ein untergeordneter Mensch bleiben.

Wenn man möchte, dass sein jeweiliges Online-Leben die goreanische Philosophie besser widerspiegelt, dann sollte man diesen basalen Grundsatz ernsthaft einbeziehen. Gor wäre ohne ihn eine völlig andere Welt. Gor wäre mehr wie die Erde.

Weibliche Krieger

  1. „Sie weiß, sie ist schwächer als Männer und was das bedeuten kann.“ (Die Nomaden von Gor, S. 63)
  2. „Es gibt ein goreanisches Sprichwort, das besagt, dass Freie Frauen, behutsam in den hohen Zylindern erzogen, in ihren Roben der Verhüllung, unbewaffnet, ungeübt im Umgang mit Waffen, durch den Sklavenjäger wie Blumen gepflückt werden können.“ (Die Jäger von GOR, S. 118)
  3. „Es ist leicht für einen Mann, eine Frau zu überwältigen.“ (Die Stammeskrieger von GOR, S. 143)
  4. „Die Kraft einer ausgewachsenen Frau entspricht der eines zwölf Jahre alten Jungen.“ (Die Stammeskrieger von GOR, S. 223)
  5. „Männer sind die Krieger und Frauen gehören zu den passenden Beigaben ihrer Siege.“ (Die Blutsbrüder von GOR, S. 213)
  6. „Die Abzeichen von Männern werden schale Witze, wenn man sie Frauen erlaubt.“ (Die Söldner von GOR, S. 156)
  7. „Sie war ein großes Mädchen und Respekt einflößend für uns, … , aber im Vergleich zu den Männern war sie nur eine weitere Frau, ohne Unterschied zu uns. Mit ihnen verglichen war ihre Größe und Kraft nur die einer Frau, wie unsere, wenn man alles betrachtet, zu vernachlässigen. Mit ihnen verglichen war sie wie wir, klein und schwach. Vor ihnen und für sie könnte sie nie mehr sein als wir, nur eine weitere Frau, klein, hübsch und hilflos, nur weiblich, vollständig ihrer Gnade ausgeliefert.“ (Die Tänzerin von GOR, S. 107)
  8. „Mir wurde klar, wie viel Schutz Frauen in einer zivilisierten Welt genießen, geschützt durch Bräuche, durch Artikel, durch Konventionen, durch Abmachungen, durch Gesetze. Wussten sie, fragte ich mich, wie dünn solche Dinge sind, wie zerbrechlich, wie abhängig vom Willen der Männer. Würden sie sich manchmal fragen, dachte ich, was ihr Schicksal wäre, wie es ihnen ergehen würde, wenn diese Dinge fortgenommen würden, wenn sie plötzlich nicht mehr da wären? Begriffen sie, dass sie dann so verletzlich wie Sklavinnen wären?“ (Die Vagabunden von GOR, S. 118)
  9. „Alle Frauen brauchen den Schutz durch Männer, obwohl dieser Schutz manchmal so grundlegend und so vertraut ist, dass er nicht bemerkt wird. Aber wenn die Schutzmauern der Zivilisation auch nur für einen Tag zusammenbrechen, wird ihre Abhängigkeit von den Männern unmissverständlich offensichtlich.“ (Die Vagabunden von GOR, S. 206)
  10. „Goreanische Männer legen ihr Geburtsrecht als Männer, ihre rechtmäßige Dominanz, ihre angemessene Herrschaft nicht nieder. Sie möchten nicht von Frauen beherrscht werden.“ (Die Zauberer von GOR, S. 51)

Zitate über den Ubar

  1. „Ein Ubar gibt keine Rechenschaft ab.” (Meuchelmörder von GOR, S. 406)
  2. „Es ist schwer, ein Ubar zu sein.“ (Meuchelmörder von GOR, S. 407)
  3. „Wenn ein Ubar nicht das Gesetz des Heimsteins respektiert, welcher andere Mann sollte es tun?“ (Meuchelmörder von GOR, S. 407)
  4. „Ein Ubar braucht keine Rechenschaft abzulegen, keine Erklärung zu geben.“ (Die Piratenstadt von GOR, S. 95)
  5. „Nur ein Ubar darf auf dem Thron eines Ubars sitzen.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 114)
  6. „Ein Ubar muss vorausdenken.“ (In Sklavenketten auf GOR, S. 145)
  7. „In der Kunst der Politik ist Gold heimtückischer als Stahl.“ (Die Erforscher von GOR, S. 223)
  8. „Er war ein Ubar, es würde nicht leicht sein, ihm zu gefallen.“ (Die Erforscher von GOR, S. 234)
  9. „Es ist nicht immer angenehm, einem Ubar tief in die Augen zu schauen.“ (Die Erforscher von GOR, S. 237)
  10. „Einen Ubar wirklich wahrzunehmen, in sein Herz zu schauen, kann eine angsteinflößende Sache sein.“ (Die Erforscher von GOR, S. 237)
  11. „Der, der auf dem Thron sitzt, ist der einsamste Mann, sagt man.“ (Die Erforscher von GOR, S. 237)
  12. „Nur einer kann auf dem Thron sitzen.“ (Die Erforscher von GOR, S. 243)
  13. „Der Ubar muss in sich über einige dunkle Stärken verfügen. Er muss in der Lage sein, obwohl andere Männer es nicht sind, zu tun, was notwendig ist.“ (Die Erforscher von GOR, S. 243)
  14. „Er muss ein Fremder für alle Menschen sein, und für ihn müssen alle Menschen Fremde sein.“ (Die Erforscher von GOR, S. 243)
  15. „Aber schauen wir nicht zu intensiv in ihre Augen, denn wir könnten erkennen, was uns von ihnen trennt.“ (Die Erforscher von GOR, S. 243)
  16. „Der Thron ist ein einsames Gebiet. Viele Menschen wünschen sich, dort zu leben, aber nur wenige können seine Last tragen.“ (Die Erforscher von GOR, S. 243)
  17. „Ubars sehen nur selten einen Grund, einen Zweikampf mit einem einfachen Soldaten zu führen.“ (Die Erforscher von GOR, S. 428)
  18. „…Du bist politisch nicht ausreichend wichtig, um ein Duell mit einem Ubar wert zu sein.“ (Die Erforscher von GOR, S. 428)
  19. „Für einen Ubar ist ein Freund wertvoll, denn er hat so wenige.“ (Die Erforscher von GOR, S. 446)

Zitate über Attentäter

  1. „Scormus würde wie ein Attentäter spielen. Er würde gnadenlos sein, er würde nichts dem Zufall überlassen.“ (Die Bestien von GOR, S. 88)
  2. „…das Schwert des Kriegers ist einem Heimstein geweiht, der Attentäter dem Gold und dem Messer.“ (Die Bestien von GOR, S. 136)
  3. „…erinnerte mich an die Männer aus der Kaste der Attentäter, wie sie manchmal sind, bevor sie ihre Jagd antreten. Die Klinge muss scharf, die Entschlossenheit gnadenlos und der Instinkt zum Töten darf auf keinerlei Weise abgestumpft sein.“ (Die Bestien von GOR, S. 86)
  4. „Der Attentäter ist wie ein Musiker oder Chirurg. Der Krieger ist ein Schlachter, ein wütender, blutdürstiger Rüpel.“ (Die Bestien von GOR, S. 86)
  5. „Attentäter sind eher trockene Typen und Krieger sind genialer und enthusiastischer.“ (Die Bestien von GOR, S. 413)
  6. „Ein Attentäter geht hin, macht seinen Job und geht ruhig seiner Wege. Krieger stürmen Häuser und brennen Türme nieder.“ (Die Bestien von GOR, S. 413)
  7. „Mehr als ein Triumph in einer goreanischen Stadt ist durch den Bolzen eines Attentäters verdorben worden.“ (Die Zauberer von GOR, S. 90)
  8. „‚Warum Attentäter’, fragte der Kerkermeister. ‚Warum die aus der schwarzen Kaste?’ – ‚Effizienz, Anonymität.’ sagte der Offizier.“ (Die Zeugin von GOR, S. 547)
  9. „Die Männer in den schwarzen Tuniken, einschließlich ihres Führers und des Leutnants, die über Nacht im Quartier des Kerkermeisters geblieben waren, schienen mir merkwürdige Typen. Sie waren ganz anders, als die meisten, wenn nicht alle anderen Männer dieser Welt. Sie lachten nicht, scherzten nicht, erzählten keine Geschichten. Es waren stille, Furcht einflößende und furchtbare Männer. Ich glaube nicht, dass sie einen Heimstein hatten. Wenn sie Loyalität besaßen, und ich zweifle nicht daran, dann, glaube ich, zu einem blutigen Schwur oder einer düsteren Verpflichtung oder sogar zu einem Führer. Sie kümmerten sich um ihre Ausrüstung, schärften ihre Schwerter. Sie tranken nur Wasser. Sie aßen kaum. Die Gastfreundschaft des Kerkermeisters, der uns ihnen anbot wurde zurückgewiesen. Selbst die an die Wand geketteten Frauen wurden nicht berührt.“ (Die Zeugin von GOR, S. 550)
  10. „Ruhm der schwarzen Kaste!“ (Die Zeugin von GOR, S. 566)
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